Das Thema Zersiedlung bewegt die Schweiz. Dementsprechend gut besucht wurde am Donnerstagabend die Abstimmungsdebatte in Bern mit Bundesrätin Sommaruga.
Zersiedelung: Interview mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga zur Zersiedelungsinitiative. - Nau
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Das Wichtigste in Kürze

  • Am 10. Februar entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die Zersiedelungsinitiative.
  • Die Initiative der Jungen Grünen verlangt, dass Bauzonen nicht mehr vergrössert werden.
  • Bundesrätin Simonetta Sommaruga warnt vor den Auswirkungen im Falle einer Annahme.

«Wie würden sie heute abstimmen?» Diese Frage wurde gleich zu Beginn der Abstimmungsdebatte zur Zersiedelungsinitiative im Polit-Forum Bern ans Publikum gerichtet. Resultat der Online-Abstimmung: 52 Prozent Ja- zu 42 Prozent Nein-Stimmen.

Simonetta Sommaruga gegen die Zersiedelungsinitiative.
Simonetta Sommaruga (2. v.l.) argumentierte am 18. Januar in Bern mit BDP-Nationalrat Hans Grunder (l.) gegen die Zersiedelungs-Initiative. - Nau

Auf der Pro-Seite nahmen der Co-Kampagnenleiter Basil Oberholzer sowie die grüne Nationalrätin Aline Trede Platz, um das Anliegen zu verteidigen. Kontra wurde ihnen von der neuen Umweltministerin Simonetta Sommaruga (SP) und BDP-Nationalrat Hans Grunder gegeben.

Sommaruga warnt vor steigenden Mieten

Diskutiert wurde über die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung und über den Erhalt von Schweizer Kulturland. Letzteres fordert die Zersiedlungsinitiative der Jungen Grünen – und zwar ab sofort. Heisst: Was am Abstimmungssonntag an Bauland besteht, muss reichen.

Ganzes Interview mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga. - Nau

Für die Bekämpfung der Zersiedlung könnte dies aber fatale Folgen haben, warnt die neue Umweltministerin Simonetta Sommaruga im Interview. Schliesslich würde dann gerade auf den noch vorhandenen Flächen wie wild gebaut.

«Also ausgerechnet in den abgelegenen Giebieten. Dann hätten wir nach einem ja mehr Zersiedelung als heute», so Sommaruga. Hinzu komme, dass die Mieten steigen würden – auch in den Städten. Denn der Wohnraum würde noch knapper. «Und knappe Güter werden immer teurer», erklärt Sommaruga das Argument.

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Viele würden derzeit die Zersiedelungsinitiative annehmen. - Keystone

Zum Schluss der Abstimmungsdebatte greift das Publikum nochmals zum Smartphone und stimmt erneut ab. Das Resultat nach einer gut einstündigen Diskussionsrunde: 53 Prozent Nein- zu 23 Prozent Ja-Stimmen.

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