Markus Ritter

    Markus Ritter: «Fehlt das Wasser, fehlt das Einkommen»

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    Rheintal,

    «Für Bauernfamilien wird die Trockenheit rasch zur existenziellen Belastung», schreibt Bauernpräsident und Mitte-Nationalrat Markus Ritter.

    Markus Ritter
    Markus Ritter ist Bauernpräsident und Nationalrat. Er schreibt regelmässig Kolumnen auf Nau.ch. - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Markus Ritter ist gewählter Präsident des Schweizer Bauernverbandes.
    • Auf Nau.ch schreibt der Mitte-Nationalrat regelmässig Kolumnen.
    • Heute schreibt Ritter über die Folgen von Hitze und Trockenheit für die Schweizer Landwirtschaft.

    Wer diesen Sommer durch den Norden der Schweiz fährt, fühlt sich bisweilen wie in der afrikanischen Savanne: gelbe Flächen, durchbrochen von einzelnen grünen Bäumen.

    Die Bäche führen kaum noch Wasser, Flüsse und Seen erreichen historisch tiefe Pegelstände. Der Sommer 2026 gehört schon jetzt zu den heissesten und trockensten der vergangenen Jahrzehnte.

    Wenn die Erträge einbrechen

    Während die Hitze vielen Menschen zu schaffen machte, waren die ausbleibenden Niederschläge nicht für alle gleich tragisch. Für Bauernfamilien wird die Trockenheit hingegen rasch zur existenziellen Belastung.

    Wenn das Gras nicht wächst, fehlt das Futter für die Kühe – und zwar nicht nur heute, sondern auch im Winter. Viele Betriebe müssen deshalb bereits jetzt ihre Vorräte aufbrauchen, teures Futter zukaufen oder mehr Tiere als geplant in den Schlachthof schicken.

    Der Sommer 2026 gehört schon jetzt zu den heissesten und trockensten der vergangenen Jahrzehnte.
    Der Sommer 2026 gehört schon jetzt zu den heissesten und trockensten der vergangenen Jahrzehnte. - zvg

    Auch im Ackerbau ist die Situation dramatisch. Pflanzen brauchen Wasser, um zu wachsen und Früchte zu bilden. Fehlt es, sinken die Erträge. Kartoffeln bleiben klein, Mais entwickelt sich schlecht, Gemüse überlebt ohne Bewässerung höchstens einige Tage.

    Und selbst dort, wo geerntet werden kann, ist der Ertrag oft deutlich geringer. Das bedeutet: weniger Einnahmen – bei gleichzeitig höheren Kosten.

    Warum es schnell existenziell wird

    Die Rechnung eines Landwirtschaftsbetriebs ist schnell prekär. Die meisten Kosten laufen weiter: Gebäude, Maschinen, Versicherungen, Pacht, Zinsen, Löhne oder Futtermittel müssen bezahlt werden.

    Der Ertrag hingegen kann innerhalb weniger Wochen massiv einbrechen. Wer beispielsweise eine schlechte Ernte einfährt und gleichzeitig Futter für den Winter kaufen muss, hat nicht einfach «ein bisschen weniger Gewinn».

    Bereitet dir die Trockenheit Sorgen?

    Für einzelne Betriebe wird die Liquidität gefährlich knapp. Besonders dann, wenn weitere Faktoren wie beispielsweise kranke Tiere oder ein kaputter Traktor dazukommen.

    Tiefe Einkommen, fehlende Polster

    Dass das so schnell gehen kann, liegt auch daran, dass die Einkommen in der Landwirtschaft generell extrem tief sind. Im Schnitt liegt der Jahreslohn einer Familienarbeitskraft bei knapp 60'000 Franken oder 4925 Fr. pro Monat.

    Im Berggebiet ist es noch viel weniger. Entsprechend schwierig ist es, daraus finanzielle Reserven für schlechte Jahre zu bilden. Die Landwirtschaft muss sich auf mehr Wetterextreme einstellen.

    Für Bauernfamilien wird die Trockenheit hingegen rasch zur existenziellen Belastung.
    Für Bauernfamilien wird die Trockenheit rasch zur existenziellen Belastung. - zvg

    Das bedeutet in vielen Fällen aber zuerst teure Investitionen beispielsweise in Bewässerungslösungen, Wasserrückhaltebecken, oder Anpassungen im Stall, um die Tiere vor der Hitze zu schützen. Der wichtigste Hebel für ein angemessenes Einkommen und die nötige Investitionsfähigkeit sind deshalb kostendeckende Produzentenpreise.

    Spenden für Härtefälle

    Um Betrieben zu helfen, die wegen der Trockenheit und zusätzlicher Schicksalsschläge wie Krankheit oder Unfall in finanzielle Not geraten sind, hat die Migros zwei Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Dieses Geld wollen wir mit einer Spendenaktion noch vermehren.

    Markus Rit.er.
    Markus Ritter. - keystone

    Wer einem Landwirtschaftsbetrieb in diesem schwierigen Jahr schnell und direkt helfen möchte, kann dies mit einer Spende an die Bucher-Gossweiler-Stiftung tun (Stichwort «Trockenheit»). Jeder Beitrag hilft. Herzlichen Dank für die Solidarität mit unseren Bauernfamilien.

    Zum Autor:

    Markus Ritter (58) ist Nationalrat (Die Mitte) und gewählter Präsident des Schweizer Bauernverbandes.

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    Kommentare

    User #5201 (nicht angemeldet)

    ja genau jetzt merkt es auf einmal jeder Bauer und bei der Wasserinitiative haben doch gerade die Bauern und SVP nein gestimmt. Vorher denken und nicht klönen.

    User #4522 (nicht angemeldet)

    Eigentlich zeigt die Ernährungsinitiative den richtigeren Weg auf. Vielleicht in mancher Augen nicht alles perfekt aber jedenfalls besser als wie es jetzt läuft. Ohne Partikularinteressen wären da wohl selbst die meisten Bauern dafür.

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