Das Bundesamt für Statistik hat neue Zahlen zu den Grenzüberschreitungen veröffentlicht. Trotz der Pandemie sind die Zahlen gestiegen.
Grenze, Vorarlberg
Trotz der Pandemie nahm die Zahl der Grenzgänger zu. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Grenzgänger nimmt laufend zu.
  • 343'000 Grenzgänger wurden in der Schweiz 2020 gezählt.
  • Das sind zweieinhalb Mal so viele, wie vor 25 Jahren.

343'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger wurden 2020 in der Schweiz gezählt. Das sind fast zweieinhalb Mal so viele wie vor 25 Jahren als ihre Anzahl noch 140'000 betrug. Auch im Coronajahr 2020 wurde eine Zunahme registriert, allerdings eine geringe.

6,7 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Davon stammen 55 Prozent aus Frankreich, 23 Prozent aus Italien und 18 Prozent aus Deutschland.

Die meisten Grenzgänger, nämlich über 98 Prozent, arbeiten in Grenzkantonen. Über ein Viertel von ihnen in Genf, ein Fünftel im Tessin, der Rest in den Basler Halbkantonen und im Jura.

Zahlen verschieben sich

Es fällt einem eine Verschiebung der Zahlen auf. Dies, wenn man die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen für das vierte Quartal 2020 mit denen von vor 25 Jahren vergleicht. Die Zahlen stammen vom Bundesamt für Statistik (BFS).

1996 arbeiteten 28,6 Prozent aller Schweizer Grenzgänger in den beiden Basel. Im vierten Quartal 2020 kam nur noch jeder sechste Schweizer Grenzgänger in die Gegend ums Rheinknie. Dafür haben die Grenzüberschreitungen in Genf zugenommen.

Zunahme der Grenzgänger um knapp zwei Prozent

Letztes Jahr betrug die Zunahme an Grenzgängern in der Schweiz insgesamt etwas unter 2 Prozent, ungefähr wie 2018. Spitzenwerte wurden in den Jahren 2006 und 2011 gemessen mit Zunahmen von über 9 Prozent. Abgesehen von zwei Jahren, als die Zahl der Grenzgänger leicht zurückging.

Ansonsten war der Anstieg in den letzten Jahren beinahe linear. Durchschnittlich nahm die Zahl um 2,7 Prozent im Jahr zu.

Grenzüberschreitungen sind vom BIP abhängig

Die Zunahme stagnierte in den ersten Jahren nach 2002, obwohl damals die Personenfreizügigkeit eingeführt wurde. Durch die schrittweise Öffnung des Schweizer Arbeitsmarkt wurden die Bedingungen für den Erhalt einer Grenzgängerbewilligung erleichtert. So wurde Mitte 2002 die tägliche Rückkehrpflicht für Grenzgängerinnen und Grenzgänger durch eine wöchentliche Rückkehrpflicht ersetzt.

Deutlicher waren die Zuwächse in der Folge der zweiten Phase der Übergangsperiode ab Juni 2004. Dies, weil der Inländervorrang und die Lohnkontrolle abgeschafft wurden. Die Anzahl Grenzgänger wuchs zwischen Ende 2004 und 2007 um durchschnittlich 6,5 Prozent pro Jahr. Danach pendelte sich die Zahl der Grenzpendler auf 3,9 Prozent ein.

BIP
Wenn es der Schweizer Wirtschaft gut geht, arbeiten auch mehr Grenzgänger in der Schweiz. - dpa-infocom GmbH

Wichtiger als die Arbeitsmarktliberalisierung erwies sich für Grenzgänger laut Statistik das Wirtschaftswachstum. Das Wachstum der Anzahl Grenzgängerinnen und Grenzgänger korreliert mit dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP). Je besser die Wirtschaft läuft, desto mehr ausländische Arbeitskräfte werden benötigt. Spitzen waren in den Jahren um 2000, 2006, 2011 und 2019 auszumachen.

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