Stadt Zürich

    Zürcher Studi entwickelt Lebensretter für Limmat-Schwimmer

    Clarissa Rohrbach
    Clarissa Rohrbach

    Zürich,

    Der Drybag «Buoy» mit integriertem Airbag soll Schwimmende in Fliessgewässern wie der Limmat schützen. ZHdK-Diplomand Janis Mayer erklärt die Idee dahinter.

    Lebensretter aus Zürich
    Der Schwimmsack «Buoy» rettet in fliessenden Gewässern Leben. - PD

    Janis Mayer schwimmt ums Leben gerne, vorzugsweise in der Limmat. Doch fliessende Gewässer bergen viele Gefahren. Schweizweit sterben jährlich 25 Menschen darin. Deswegen hat der 27-Jährige nun einen einzigartigen Lebensretter entwickelt.

    Sein Drybag «Buoy» hält nicht nur Kleider und Schuhe trocken, sondern er entfaltet im Notfall auch einen Auftriebskörper, mit dem Schwimmende sicher ans Ufer gelangen.

    «Im Wasser kann es schnell zu kritischen Situationen kommen, beispielsweise, wenn die Strömung stärker wird oder Untiefen Hindernisse wie Steine oder Rohre freisetzen. Schwimmen ist anstrengend, man ist schnell erschöpft», sagt der Zürcher, der solch brenzlige Situationen aus eigener Erfahrung kennt.

    Genau weil Flüsse so gefährlich sein können, findet er es wichtig, dass Schwimmende mit einem Sicherheitsdispositiv wie seinem Schwimmsack ausgestattet sind. Der Student tüftelte im Rahmen seines Diplomprojekts an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) während 14 Wochen am Drybag.

    Das Drybag ist bereits für Preise nominiert.
    Der Drybag ist bereits für Preise nominiert. - PD

    «Ich habe ein relevantes Thema gesucht, es gibt beim Flussschwimmen eine Lücke zwischen Risiko und dem Mangel an Sicherheit», sagt Mayer. Als Inspiration dienten ihm Lawinenairbags, die in den Rucksäcken von Bergsteigern integriert sind.

    Es war Mayer wichtig, dass sein Sicherheitsdispositiv im alltäglichen Gebrauch akzeptiert wird. Deswegen hat er den lebensrettenden Airbag an einen Gegenstand angebracht, den man sowieso mitnimmt.

    «Das ist wie mit dem Velohelm, er rettet Leben, doch man will ihn nicht tragen, weil er unattraktiv und ungemütlich ist.» Diese Hürde, eine Sicherheitsausstattung zu tragen, hat Mayer elegant gelöst, indem er den Auftriebskörper im Drybag versteckt hat. «Er ist nicht umständlich und verändert das Schwimmerlebnis nicht.»

    Alles bleibt trocken

    Mayers «Buoy» ist äusserst prak tisch zum Bedienen. Der Schwimm sack wird während des Schwumms mittels einer Schnur an der Taille befestigt. So bleibt er immer in Reichweite.

    Mit einer Kapazität von 15 Litern bietet er Platz für alles Wesentliche wie Handy, Portemonnaie, Kleider, Schuhe und Handtuch. «Es war mir wichtig, dass alles darin Platz hat», sagt Mayer, der ursprünglich im Thurgau eine Lehre als Konstrukteur absolviert hat und später die technische Berufsmatura nachholte.

    Durch das Ziehen an den zwei violetten Griffen aktivieren Schwim mende im Notfall die CO2-Kartusche, die den Airbag aufbläst. Das passiert innert Sekunden. Per Knopfdruck wird die Luft später dann wieder rausgelassen.

    Airbag und CO2-Kartusche können ausgewechselt und wieder für den nächsten Schwumm benutzt werden. Mayer wählte das Material Dyneema für sein Produkt aus, ein beschichteter, wasserdichter Kunststoff.

    ZHdK-Diplomand Janis Mayer.
    ZHdK-Diplomand Janis Mayer. - PD

    Die weisse Oberfläche ist semitransparent, man sieht den gelben Airbag, der sich im Notfall in U-Form um den Sack herum aufbläst.

    «Das Gelb soll durchschimmern, damit die Neugier geweckt wird, sodass man die versteckte lebensrettende Funktion erahnt und merkt, dieser Sack kann mehr», sagt Mayer. Die papierige, weisse Oberfläche soll auch der Wiedererkennung dienen, da diese so einzigartig ist.

    Für Preise nominiert

    Mayer hat «Buoy» mehrmals getestet. Es sei wichtig, dass er extrem gut funktioniere. «In 99 Prozent der Fälle ist es ein ganz normaler Schwimmsack, doch in 1 Prozent der Fälle, wenn’s brenzlig wird, kann man den Airbag auslösen.»

    Um seinen Drybag zu optimieren, müsste Mayer mit Ingenieuren zusammenarbeiten, welche sicherstellen, dass die Technik einwandfrei funktioniert. Aber zuerst will er Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln und in einem Designstudio arbeiten.

    Fühlst du dich beim Schwimmen in Flüssen sicher?

    Design sei ein breites Feld, denn alle unsere Gegenstände seien von jemandem gestaltet, vom Stuhl bis zu medizinischen Geräten. «Industriedesign hat in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert, doch der Markt ist schwierig.»

    Trotz Konkurrenz hat Mayer gute Karten. Er wurde für seinen Schwimmsack bereits für den SDA-Award (Swiss Design Association) und den James Dyson Award nominiert.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.

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    Kommentare

    User #4445 (nicht angemeldet)

    Das brauchen wir schon lange, gerade jetzt wo die gefahren immer grösser werden!!

    User #4927 (nicht angemeldet)

    Top Produkt! vorallem wenn man sich richtig darüber informiert und den Artikel liest.. dann würden sich viele Kommentare hier selbst beantworten.

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