Zürcher Regierungsrat legt Projekt für «lebendige Limmat» vor
Die Limmat soll von Zürich bis Schlieren mehr Platz erhalten. Am Donnerstag hat der Regierungsrat ein Projekt vorgelegt, das Naherholungszonen schaffen will und mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen bringen soll. Es dürfte mindestens 95 Millionen Franken kosten.

«Die bedeutendste je realisierte Flussrevitalisierung im Kanton im urbanen Raum», nennt der Zürcher Regierungsrat das Projekt in einer Mitteilung vom Donnerstag. «Lebendige Limmat» soll auf dem 3,2 Kilometer langen Flussabschnitt eine höhere Artenvielfalt und mehr Schutz vor Hochwasser bringen.
Die Kanalisierung vor über hundert Jahren habe unzählige Lebensräume von Fischen, Insekten oder Vögeln zum Verschwinden gebracht. Neu sollen zwei Naturzonen entstehen. Für den Mensch plant der Kanton fünf Naherholungszonen. An grossen Teilen des Ufers sollen sowohl die Natur, als auch der Mensch Platz haben.
Im Bereich Betschenrohr will der Kanton den Fuss- und Veloverkehr entflechten. Zudem ist dort ein Beobachtungsturm geplant, der einen Ausblick über das Auengebiet bieten soll. Nach Fertigstellung des Projekt sollen Rangerinnen und Ranger für ein gutes Nebeneinander von Mensch und Natur sorgen.
Nicht zuletzt sieht Baudirektor Martin Neukom (Grüne) den Schutz vor Hochwasser und Trockenheit als wichtiges Anliegen. Der Damm, der die Siedlungen vor Hochwasser schützen soll, sei in schlechtem Zustand und drohe bei einem Ereignis zu versagen, heisst es in der Mitteilung. Neu soll etwa Schlieren durch ein Drainage-Pumpwerk geschützt werden. Dieses würde gegen steigenden Grundwasserspiegel bei Hochwasser eingesetzt.
Frühestens 2033 fertig gebaut
Kosten soll das Projekt mindestens 95 Millionen Franken. Die Hälfte übernimmt der Bund, die andere der Kanton. Betroffen sind neben Zürich und Schlieren auch die Gemeinden Ober- und Unterengstringen sowie das Kloster Fahr. Im Betschenrohr muss belasteter Boden entsorgt werden, was weitere 10 Millionen Franken kostet. Auch das Pumpwerk wird zusätzlich kosten.
Die Pläne liegen ab Freitag öffentlich auf. Momentan sieht die Planung die Fertigstellung bis 2033 vor. Das Bewilligungsverfahren soll bis 2028 abgeschlossen sein, ab Mitte 2029 bis Mitte 2033 soll dann gebaut werden.






