Zürcher Letten: Influencer filmte Abfall-Schande - jetzt kommt Hass
Sein Video über die Müllberge am Letten ging viral – jetzt schlägt Adrian Moucharfiech alias «De Winterthurer» eine Welle aus Hasskommentaren entgegen.
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Das Wichtigste in Kürze
- «De Winterthurer» wird nach seinem viralen Müll-Video mit Hasskommentaren überschüttet.
- Viele werfen ihm Sensationsgier und gezielte Inszenierung für mehr Klicks vor.
- Der Influencer weist die Vorwürfe zurück und nimmt Veranstalter wie Gäste in die Pflicht.
Die Bilder vom Müll am Oberen Letten in Zürich haben den Influencer Adrian Moucharfiech (34) über Nacht zum Gesprächsthema gemacht. Sein Clip wurde auf Instagram und TikTok hunderttausendfach geklickt. Nun meldet sich «De Winterthurer» mit einem zweiten Video zu Wort.
«Meine Aufnahmen von den Abfallbergen am Zürcher Letten nach dem Opening polarisieren. Die Leute sind hässig», sagt der Influencer in seinem neuen Clip.
Tatsächlich erntete Moucharfiech zunächst viel Zuspruch. Doch längst nicht alle teilen die Wut des Winterthurers. Im Gegenteil. Etliche Userinnen und User werfen ihm Sensationsgier und Heuchelei vor.
«Hetze für Clicks», schreibt einer. Ein anderer kommentiert: «Schön fürs virale Video, am Morgen nach Zürich gekommen, um dort durchzujoggen, du armer Siech.»
«Shut the f*** up – go back to f****** Winti»
Der Vorwurf, der sich durch viele Kommentare zieht: Moucharfiech habe genau gewusst, dass am Vorabend das Letten-Opening stattgefunden habe. «So tun, als wüsstest du nicht, dass Letten-Opening war – damit du irgendwelchen Landeiern zeigen kannst, wie schlimm es in der Stadt ist – ist heuchlerisch», heisst es in einem Kommentar.
Ein anderer User schreibt: «Um 9 Uhr morgens ist alles geputzt und von der Stadt bewilligt, wie nach der Street Parade. Der Idiot in dem Ganzen bist du, der für ein bisschen Reach und Likes das so darstellt, als wäre es jeden Tag so.»

Andere werden noch deutlicher. «Shut the f*** up – go back to fucking Winti», schreibt jemand. Ein weiterer Kommentar lautet: «Beruhig dich, Bruder, für ein paar Klicks.» Auch der Vorwurf, der Winterthurer wolle bewusst eine politische Debatte anstossen, fällt mehrfach.
Moucharfiech wehrt sich: «Keine Rechtfertigung für massloses Littering»
Der Influencer lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. «Ich werde gefragt, was der Winterthurer sich das Recht nimmt, am Morgen in Zürich joggen zu gehen», sagt er in dem Video und stellt klar: Die Aufnahmen seien rein zufällig beim Joggen entstanden.
«In diesem Moment habe ich nichts vom Opening am Abend zuvor gewusst. Und nein, ich bin nicht extra für Likes und Followers dorthin gegangen. Aber schön ist es euer einziges Problem.»

Im Nachhinein sei ihm bewusst, dass am Vortag eine Party stattgefunden habe und deshalb Müll entstanden sei. «Macht es das besser? Definitiv nicht.» Spätestens wenn Abfall in der Limmat lande, höre bei ihm jegliches Verständnis auf. Auch Tiere wie Katzen, Hunde oder Schwäne seien durch Scherben gefährdet.
Moucharfiech sieht die Verantwortung sowohl beim Veranstalter als auch bei den Feiernden selbst. «Das Abfall-Konzept des Veranstalters hat nicht gegriffen, das hat er selbst gesagt. Doch auch die Partyteilnehmer sollten nachhaltiger feiern. Egal ob Street Parade oder Züri Fäscht – es gibt keine Rechtfertigung für massloses Littering.»












