Zugpersonal verunsichert - Fahrgäste tragen keine Schutzmasken

    Aline Klötzli
    Aline Klötzli

    Zürich,

    Die Empfehlung, im öffentlichen Verkehr eine Schutzmaske zu tragen, wird von den meisten Fahrgästen ignoriert. Das Zugpersonal ist deswegen verunsichert.

    Zugpersonal masken coronavirus
    Personen mit niedrigem Einkommen, die viel unterwegs sind und nur wenig Wohnraum zur Verfügung haben, sollen stark zur Verbreitung des Coronavirus beigetragen haben. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Es wurde empfohlen, im öffentlichen Verkehr eine Schutzmaske zu tragen.
    • Diese Empfehlung wird nur von den wenigsten Fahrgästen umgesetzt.
    • Das Zugpersonal sei deswegen verunsichert und fordert eine Maskenpflicht.

    Das Zugpersonal des öffentlichen Verkehrs der Schweiz ist verunsichert. Die Empfehlung, im öffentlichen Verkehr eine Schutzmaske zu tragen, wird von den Fahrgästen schlecht umgesetzt.

    Jetzt wehrt sich die Gewerkschaft des Schutzpersonals: Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, fordert die Gewerkschaft des Zugpersonals jetzt eine Maskenpflicht für Fahrgäste.

    Kaum einer trägt im ÖV Schutzmasken

    Es gebe sehr wenige Fahrgäste, welche im Zug, Tram oder Bus eine Schutzmaske tragen, auch wenn der Wagen gefüllt sei. Der Präsident des Zugpersonalverbands bestätigte gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass die Empfehlung des Maskentragens schlecht umgesetzt würde. Das Zugpersonal sei deswegen verunsichert und möchte, dass es eine Maskenpflicht gebe.

    Coronavirus Schutzmasken ÖV SBB
    Ein Mitarbeiter der Genfer Verkehrsbetriebe verteilt in einem Tram Schutzmasken. - Keystone

    Die Bitte ist nachvollziehbar: Der empfohlene Abstand von zwei Metern kann vom Zugpersonal nicht eingehalten werden. Auch das Tragen eigener Schutzmasken bietet den betroffenen Billetkontrolleuren nur einen beschränkten Schutz: Die Masken verhindern hauptsächlich die Viren-Verbreitung, die vom Träger der Maske ausgeht. Wer unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert ist, schützt mit der Maske sein Umfeld.

    SBB-Chef will keine Maskenpflicht

    Laut dem «Tagesanzeiger» ist der SBB-Chef Vincent Ducrot anderer Meinung. Die SBB sowie andere Verkehrsunternehmen halten sich an das Schutzkonzept des Bundes.

    Der Bund wiederum tut sich mit einer Verpflichtung zum Maskentragen schwer. Beim BAG heisst es: «Wir empfehlen dann, eine Maske zu tragen, wenn Sie den Abstand von 2 Metern zu anderen nicht einhalten können. Im öffentlichen Verkehr empfehlen wir dringend, in diesem Fall eine Maske zu tragen.»

    coronavirus SBB pendler
    Pendler in Lausanne. Das Personenaufkommen im ÖV ist wieder enorm gestiegen. - Keystone

    Statt einer Maskenpflicht plane man nun eine Sensibilisierungskampagne zum Maskentragen im ÖV, so Ducrot.

    Coronavirus: Maskenpflicht beim Coiffeur, aber nicht im Zug?

    Eine dringende Empfehlung scheint für die allermeisten Fahrgäste zu wenig dringlich zu sein. Wie der «Blick» berichtete, tragen nur rund fünf Prozent der Zugreisenden Masken. Damit bleibt das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus beim Zugpersonal vergleichsweise hoch.

    Die Frage, warum sich das BAG nicht zu einer Verpflichtung durchringt, bleibt offen. Anders lief es bei den Coiffeuren: Dort bleibt die Maske aufgrund des Nichteinhaltens der Abstandsregel obligatorisch.

    Kommentare

    Weiterlesen

    gesundheitsvorsorge
    119 Interaktionen
    Corona-Ansteckung
    Coronavirus
    93 Interaktionen
    Schutz im ÖV
    Coronavirus Daniel Koch
    592 Interaktionen
    «Keine Ausnahme»

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    22 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Brasilien Wahl
    37 Interaktionen
    Brasilien-Wahl
    Das kostet eine Woche Parkieren am Flughafen Zürich
    66 Interaktionen
    Kleines Vermögen
    Leerkündigung Zürich
    153 Interaktionen
    Zürich