Die jüdische Gemeinde in Zürich wünscht sich eine Erweiterung der Zone für Schabbat. Diese erlaubt ihnen Aktivitäten, die nach jüdischem Gesetz verboten sind.
Schabbat
Die jüdische Gemeinde in Zürich wünscht sich eine Erweiterung der Zone für Schabbat. Diese erlaubt ihnen Aktivitäten, die nach jüdischem Gesetz verboten sind. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die jüdische Gemeinde in Zürich möchte eine Schabbat-Zone schaffen.
  • Diese erlaubt Aktivitäten, die nach den jüdischen Gesetzen ansonsten verboten sind.
  • Solche Zonen für Schabbat existieren bereits in London, Wien und Amsterdam.

Die jüdischen Gemeinden der Stadt Zürich möchten eine durchgängige grosse Zone für Schabbat schaffen. Nämlich für bestimmte Aktivitäten, die nach den jüdischen Gesetzen ansonsten verboten sind. Für den sogenannten Eruv soll in Wiedikon, Enge und Wollishofen eine symbolische Umzäunung mit einer Fläche von 14 Quadratkilometern entstehen. Die Baubewilligungsgesuche folgen in den nächsten Wochen.

Bei einem Eruv handelt es sich um eine symbolisch abgeschlossene Zone in der Öffentlichkeit. Sie erlaubt es Jüdinnen und Juden am Ruhetag Schabbat, draussen Gegenstände zu tragen oder Kinderwagen zu benutzen. Eine solche Umzäunung wird oft durch das Spannen einer Nylonschnur symbolisiert. Das sagte Cédric Bollag, Leiter des Projekts, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Finanzierung durch jüdische Gemeinschaft

Das Projekt wird durch alle jüdischen Gemeinden der Stadt unterstützt und durch die jüdische Gemeinschaft finanziert, wie Bollag weitersagte. In Zürich gibt es demnach bereits seit 1993 einen «Mini-Eruv» im Gebiet der Freigutstrasse und der Gerechtigkeitsgasse.

Nach Abschluss des Projekts soll der neue Eruv einen Umfang von etwa 18 Kilometern aufweisen. Flächenmässig werde er gut 16 Prozent des Zürcher Stadtgebiets umfassen.

Solche Zonen für Schabbat existieren bereits in London, Wien oder Amsterdam

Wie lange die Bewilligungsverfahren dauern werden, konnte Bollag nicht sagen. Lägen die Bewilligungen vor, nehme die Instandstellung etwa zwei Monate in Anspruch. Auch in anderen Schweizer Städten sind demnach Eruv-Projekte geplant, so etwa in Basel. International gibt es solche Gebiete beispielsweise in London, Wien oder Amsterdam.

Der jüdische Ruhetag Schabbat dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag. In dieser Zeit soll keine Arbeit verrichtet werden. Verboten sind streng genommen unter anderem die Bedienung elektrischer Geräte oder das Tragen von Gegenständen.

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