Stadt Luzern

Zentralschweizer Wirtschaft lanciert Bürokratie-Pranger-Tool

Nicolas Eggen
Nicolas Eggen

Luzern,

Mit dem «Bürokrat-o-mat» lanciert die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz ein neues Tool. Damit sollen Unternehmen bürokratische Hürden melden können.

Bürokratie
Der «Bürokrat-o-mat» richte sich an Mitarbeitende, die in ihrem Arbeitsalltag auf überflüssige Bürokratie stossen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz lanciert den «Bürokrat-o-mat».
  • Damit sollen Unternehmen bürokratische Hürden direkt melden können.
  • Auch national ist unnötige Bürokratie immer wieder ein Thema.

Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ) geht im Kampf gegen unnötige Bürokratie neue Wege. Sie hat den «Bürokrat-o-mat» ins Leben gerufen.

Mit dem neuen Online-Tool sollen Unternehmen bürokratische Hürden direkt melden können, wie die IHZ in einer Medienmitteilung schreibt.

Der «Bürokrat-o-mat» richte sich an Mitarbeitende, die in ihrem Arbeitsalltag auf überflüssige Bürokratie stossen.

Damit reagiere sie auf die Sorgen der Unternehmen in der Zentralschweiz, hält die Wirtschaftskammer fest. Denn ihre jüngste Konjunkturumfrage aus dem Mai 2025 zeige: Für 54 Prozent der Zentralschweizer Unternehmen gilt «Regulierung und Bürokratie» als grösste Sorge.

IHZ: Unnötige Bürokratie belastet Wirtschaft

Bürokratie ist gemäss der IHZ nicht nur zeitaufwendig und kostspielig, sondern beeinträchtige auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich Regulierungsdichte und Staatswachstum stetig erhöht.

Dies binde wertvolle personelle und finanzielle Ressourcen. Die Konsequenz: höhere Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher.

«Die US-Zollpolitik, geopolitische Konflikte und die schwache internationale Nachfrage setzen die Schweizer Exportwirtschaft unter Druck. Diese externen Faktoren kann die kleine Schweiz nicht beeinflussen», lässt sich IHZ-Direktor Adrian Derungs im Communiqué zitieren.

«Die innenpolitischen Rahmenbedingungen für eine starke Wirtschaft haben wir aber selber in der Hand.» Deshalb möchte die IHZ mit dem «Bürokrat-o-mat» einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten.

Bei der Bürokratie gibt es auch national noch viel Potenzial

Auch national ist die unnötige Bürokratie immer wieder ein Thema. Nachdem der Bundesrat Trumps Zollhammer nicht hatte abwenden können, reagierte er mit Sofortmassnahmen für die Wirtschaft.

Nebst einem Ausbau der Kurzarbeit sowie Exportförderung setzt die Landesregierung auch auf die Regulierungsentlastung.

Einsparpotenzial gibt es zuhauf: Laut SECO belaufen sich die Bürokratiekosten für Schweizer KMU auf über sechs Milliarden Franken.

Gibt es in der Schweiz zu viel Bürokratie?

Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, sieht ein Problem bei den Regulierungen. Er sagte Anfangs August zu Nau.ch: «Die Regulierung in der Schweiz ist zu dicht geworden. Sie ist zu umfangreich, zu komplex und zu weit weg von der unternehmerischen Realität.»

Gerade im Bereich Energie und Umwelt sowie bei Berichterstattungspflichten machten «feinmaschige und unpragmatische Regulierungen» vielen Firmen das Leben schwer.

Kommentare

User #2882 (nicht angemeldet)

Im 31. August 2015 hatte Königin Merkel jene drei Worte gewählt, nachdem gerade bekanntgeworden war, dass für das laufende Jahr 800.000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet wurden und Tausende Geflüchtete von Ungarn kommend in Richtung Deutschland unterwegs waren. Ihr Satz wurde Merkel «um die Ohren gehauen. Merkel sagt heute: «Dass das etwas wirklich Herausforderndes wird, das war mir klar.» Zugleich habe es sie auch immer wieder verwundert, «wie sehr mir diese drei Worte «Wir schaffen das» auch um die Ohren gehauen wurden». Sie habe bloss ausdrücken wollen, dass Deutschland vor einer grossen Aufgabe stehe. Dabei habe sie auf die Menschen im Land gehofft. Eine Überforderung Deutschlands durch ihre Entscheidung sieht Merkel nicht. «Das glaube ich nicht. Deutschland ist ein starkes Land», sagte sie. «Insgesamt war ich der Überzeugung, dass Deutschland das stemmen kann.»

User #2533 (nicht angemeldet)

Einfach die Hälfte aller Staatsangestellten ausmustern dann hat der Rest nur noch Zeit für das Wesentliche.

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