2021 ist die Zahl der stellenmeldepflichtigen Berufe deutlich gestiegen. Die Stellenmeldepflicht wurde in der Schweiz im Juli 2018 eingeführt.
Bauarbeiter
Ein Bauarbeiter. (Themenbild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Zuge der Pandemie ist die Zahl der stellenmeldepflichtigen Berufe 2021 gestiegen.
  • Betroffen waren vor allem Berufe auf dem Bau, in der Industrie und in der Gastronomie.

Die Zahl der stellenmeldepflichtigen Berufe hat 2021 im Zuge der Coronakrise stark zugenommen. Betroffen waren vor allem Berufe auf dem Bau, in der Industrie und in der Gastronomie, wie der am Freitag vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zum dritten Mal veröffentlichte Monitoringbericht zeigt. Die Stellenmeldepflicht wurde in der Schweiz im Juli 2018 im Nachgang zur Annahme der «Masseneinwanderungsinitiative» eingeführt.

Zunächst mussten Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von 8 Prozent und mehr offene Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden. Anfang 2020 wurde die Schwelle dann auf 5 Prozent gesenkt. Mit der Meldepflicht will die Politik das inländische Arbeitskräftepotenzial besser nutzen.

Im vergangenen Jahr schnellte die Zahl der unter die Stellenmeldepflicht fallenden Berufe in die Höhe. Insgesamt mussten Arbeitgeber zu 34 Berufsarten die offenen Stellen den RAV melden. Damit habe sich die Zahl der meldepflichtigen Berufe zum 2020 fast verdoppelt, schreibt das Seco.

Anstieg nicht überraschend

Der Anstieg überrascht nicht, schliesslich hat das Seco die Liste zur Stellenmeldepflicht auf Basis der Arbeitslosendaten in der Periode Oktober 2019 bis September 2020 erstellt. Ab dem Frühjahr 2020 schnellte die Arbeitslosigkeit mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in die Höhe.

Seit Anfang 2022 sind neu sogar 39 Berufe der Stellenmeldepflicht unterstellt, wie das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) Ende letzten November angekündigt hatte.

Laut der Studie sind 2021 rund 360'000 meldepflichtige Stellen bei den RAV erfasst worden. Gut ein Viertel davon waren der Baubranche zuzuschreiben, 22 Prozent der Industrie und 18 Prozent der Gastronomie. Auf dem Bau sei es vor allem um Hilfsarbeiter und in den Restaurants zumeist um Servicepersonal gegangen, sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, an einer Telefonkonferenz am Freitag.

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Das Logo eines RAV. - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Während Bau- und Industriefirmen für die Rekrutierung und somit auch für die Meldung bei den RAV mehrheitlich private Arbeitsvermittler beauftragen, melden Arbeitgeber aus dem Gastgewerbe ihre Stellen zumeist selbst bei den RAV. Die RAV-Berater hätten im letzten Jahr aus den rund 250'000 bei Firmen vorgeschlagenen Kandidaten gegen 9000 vermittelt. Darin nicht enthalten sind Stellensuchende, die über das Stellenportal des Bundes «job-room.ch» eine Anstellung fanden.

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