Wolken fehlen: Darum sind die Nächte so kalt aber Tage so warm

    Simon Binz
    Simon Binz

    Bern,

    Tagsüber sommerliche 26 bis 28 Grad, nachts empfindlich kalt: In der Schweiz klaffen Höchst- und Tiefstwerte weit auseinander – weil Wolken fehlen.

    Wolken Schweiz
    Derzeit gibt es in der Schweiz viele klare Nächte – entsprechend sind die Temperaturen sehr tief. - Getty

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Hochdruckgebiet lässt die Luft absinken, komprimieren und sich stark erwärmen.
    • Fehlende Wolken lassen die Wärme nachts entweichen, die Tiefstwerte sinken deutlich.
    • Trockene Böden heizen sich zusätzlich auf, da keine Energie zur Verdunstung nötig ist.

    In der Schweiz ist dieser September aussergewöhnlich warm – tagsüber. Vielerorts im Mittelland klettert das Thermometer bis nächsten Mittwoch auf 26 bis lokal 28 Grad. Das sind laut «SRF Meteo» rund 10 Grad mehr als im langjährigen Mittel üblich.

    Geniesst du die kalten Nächte?

    Nachts zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Die Temperaturen fallen teilweise unter die Klimanorm. Der Grund für diesen Kontrast liegt am Himmel – oder vielmehr an dem, was dort fehlt: Wolken.

    Ohne Wolkendecke entweicht die Wärme

    Fehlen die Wolken, kann die tagsüber aufgenommene Wärme in der Nacht ungehindert in entweichen. Die Wolkendecke, die normalerweise wie eine Isolierschicht wirkt und die Wärme am Boden hält, fällt weg.

    Die Folge: Klare Nächte kühlen deutlich stärker aus als bewölkte.

    Wetter
    Die gelben Punkte zeigen Messwerte, Punkte mit einer hellblauen Box zeigen die Prognose inklusive Unsicherheiten. - Screenshot/SRFMeteo

    Genau das ist in diesem September besonders häufig der Fall. Die überdurchschnittlich vielen klaren Nächte sorgen dafür, dass die Tiefstwerte trotz der fast sommerlich warmen Tage vergleichsweise tief ausfallen.

    Woher kommt die Wärme am Tag?

    Verantwortlich für die hohen Tageswerte ist derweil ein Hochdruckgebiet über Westeuropa. Die Luft sinkt darin ab, wird komprimiert und erwärmt sich dabei.

    Verstärkt wird der Effekt durch die vielerorts trockenen Böden: Weil kaum Feuchtigkeit vorhanden ist, die verdunsten könnte, nimmt der Boden einen grösseren Teil der Sonnenenergie direkt als Wärme auf.

    Wetter Wolken
    Im September lagen die Tageshöchstwerte nur an einem einzigen Tag unterhalb der Klimanorm (grüne Linie). Die orangen Punkte zeigen Messwerte, Punkte mit einer hellblauen Box zeigen die Prognose inklusive Unsicherheiten. - Screenshot/SRFMeteo

    Wären die Böden feuchter, würde ein Teil der Energie für die Verdunstung des Wassers verbraucht. Die Erwärmung würde entsprechend schwächer ausfallen.

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    Kommentare

    User #1447 (nicht angemeldet)

    Ich glaube es nicht, ich habe im Bezug auf die morgendliche Kälte mit wie man in der Schweiz sagt mit Affenkalt reagiert, darauf wurde mein Kommentar zensiert mit der Begründung, das seinen rassistischer Ausdruck, seit wann ist das benennen von Affen und Kalt rassistisch?

    User #1658 (nicht angemeldet)

    26 bis 28 Grad? Wo den? Auf dem Jung-frau-joch?🙄

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