Wolken fehlen: Darum sind die Nächte so kalt aber Tage so warm
Tagsüber sommerliche 26 bis 28 Grad, nachts empfindlich kalt: In der Schweiz klaffen Höchst- und Tiefstwerte weit auseinander – weil Wolken fehlen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hochdruckgebiet lässt die Luft absinken, komprimieren und sich stark erwärmen.
- Fehlende Wolken lassen die Wärme nachts entweichen, die Tiefstwerte sinken deutlich.
- Trockene Böden heizen sich zusätzlich auf, da keine Energie zur Verdunstung nötig ist.
In der Schweiz ist dieser September aussergewöhnlich warm – tagsüber. Vielerorts im Mittelland klettert das Thermometer bis nächsten Mittwoch auf 26 bis lokal 28 Grad. Das sind laut «SRF Meteo» rund 10 Grad mehr als im langjährigen Mittel üblich.
Nachts zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Die Temperaturen fallen teilweise unter die Klimanorm. Der Grund für diesen Kontrast liegt am Himmel – oder vielmehr an dem, was dort fehlt: Wolken.
Ohne Wolkendecke entweicht die Wärme
Fehlen die Wolken, kann die tagsüber aufgenommene Wärme in der Nacht ungehindert in entweichen. Die Wolkendecke, die normalerweise wie eine Isolierschicht wirkt und die Wärme am Boden hält, fällt weg.
Die Folge: Klare Nächte kühlen deutlich stärker aus als bewölkte.

Genau das ist in diesem September besonders häufig der Fall. Die überdurchschnittlich vielen klaren Nächte sorgen dafür, dass die Tiefstwerte trotz der fast sommerlich warmen Tage vergleichsweise tief ausfallen.
Woher kommt die Wärme am Tag?
Verantwortlich für die hohen Tageswerte ist derweil ein Hochdruckgebiet über Westeuropa. Die Luft sinkt darin ab, wird komprimiert und erwärmt sich dabei.
Verstärkt wird der Effekt durch die vielerorts trockenen Böden: Weil kaum Feuchtigkeit vorhanden ist, die verdunsten könnte, nimmt der Boden einen grösseren Teil der Sonnenenergie direkt als Wärme auf.

Wären die Böden feuchter, würde ein Teil der Energie für die Verdunstung des Wassers verbraucht. Die Erwärmung würde entsprechend schwächer ausfallen.








