Wolf

    Wolf: Ausgerechnet Herdenschutzchef beklagt viele Risse

    Matthias Neuhaus
    Matthias Neuhaus

    Oberwallis,

    Schweizweit sorgt der Wolf seit Jahren für hitzige Debatten. Im Wallis ist auch der kantonale Herdenschutzbeauftragte von zahlreichen Rissen betroffen.

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    Das Skelett eines gerissenen Schafs. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesrat gibt den Wolf zum präventiven Abschuss frei.
    • Der Entscheid sorgt für Diskussionen.
    • Im Wallis kam es zuletzt zu zahlreichen Rissen – auch der Herdenschutzchef ist betroffen.

    Um das Zusammenleben von Mensch und Wolf zu ermöglichen, hat der Bundesrat eine präventive Rudelregulierung in Kraft gesetzt. Heisst: Ab dem 1. Dezember dürfen ihn Kantone vorbeugend schiessen – und nicht erst nach entstandenem Schaden.

    Der Entscheid ist umstritten. Einerseits sorgt er bei vielen Herdenbesitzerinnen und -besitzern für Erleichterung. Auf der anderen Seite wird Kritik von Wolfsbefürwortenden laut. Die Debatte ist hitzig.

    Fakt ist: Die Wolfspopulation in der Schweiz hat sich in den letzten drei Jahren fast verdreifacht. Entsprechend ist in dieser Zeitspanne auch die Zahl der gerissenen Nutztiere stark angestiegen.

    Wolf reisst Schafe im Wohngebiet

    Einer der Betroffenen ist Beltran Horacio – ausgerechnet er, der im Wallis als kantonaler Herdenschutzbeauftragter amtet und die Schäfer berät.

    Seit Wochen sei seine Bio-Betriebsgemeinschaft in Zeneggen VS von Wolfsangriffen betroffen, schreibt der «Walliser Bote». 27 Wolfsrisse habe Horacio seit Mitte September zu beklagen. Alleine in der Nacht auf Donnerstag sollen zehn Schafe gerissen worden sein.

    Finden Sie es gut, dass Wölfe präventiv geschossen werden dürfen?

    Gegenüber der Zeitung bestätigt der Herdenschutzbeauftragte die Zahlen. Weiter äussern wolle er sich aufgrund seiner Anstellung beim Kanton jedoch nicht. Die Risse sollen mitten im Wohngebiet stattgefunden haben.

    Tierschützer bezeichnet Vorlage als «Willkür»

    Thomas Egger, Direktor der Walliser Arbeitsgemeinschaft für das Berggebiet, fordert Taten. «Das Wolfswachstum ist exponentiell, man muss eingreifen. Es eilt, darum ist es auch wichtig, dass man jetzt handeln kann», sagt er gegenüber dem «Walliser Boten».

    Dagegen wehrt sich David Gehrke von der Gruppe Wolf Schweiz. Er bezeichnet das neue Gesetz des Bundesrats als «Willkür». «Weil auch Rudel, die keine Schäden verursachen, bejagt werden können.» Der Herdenschutz stelle die einzige wirksame Massnahme gegen den Wolf dar.

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