Wohnungssuche: Zuger Kantonalbank warb mit Vorteilen für Expats
Ein Werbevideo der Zuger Kantonalbank hat für Ärger gesorgt. Nach Kritik an einer Szene zur Wohnungssuche für Expats kürzte die Bank den Clip nun.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Video der ZG-Kantonalbank schien Expats Vorteile bei der Wohnungssuche zu versprechen.
- Nach Kritik aus der Bevölkerung wurde eine umstrittene Szene aus dem Clip entfernt.
- Die Bank betont nun, es gebe keine reale Bevorzugung auf dem Wohnungsmarkt.
Die Botschaft schien klar – und war für viele ein Affront. In einem englischsprachigen Werbevideo zeigt die Zuger Kantonalbank, wie eine Expat-Frau an einer Warteschlange vorbei direkt zur Wohnungsbesichtigung geführt wird. «Einen Platz in der Warteschlange freihalten», versprach die Bank sinngemäss und stellte ihr Netzwerk als Vorteil für ausländische Neuzuzüger dar.
Die Szene stiess bei Einheimischen auf wenig Verständnis. Der «Beobachter» griff den Clip satirisch auf und spitzte ihn zu: Während andere warteten, werde die Expat-Frau von einem Bankberater an «Normalbürgern» vorbeigelotst. Damit rückte ausgerechnet das kantonale Finanzinstitut mit Staatsgarantie in ein kritisches Licht. Als würde es auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt Sonderbehandlungen ermöglichen.
Dieser Eindruck war der Bank offenbar zu heikel. Das Video mit dem Titel «Grüezi and Welcome to Switzerland» wurde inzwischen um rund 25 Sekunden gekürzt. Die entsprechende Szene, in der die Expat-Frau lächelnd an der wartenden Menschentraube vorbeigeht, ist entfernt worden. Darauf machte die «Zuger Zeitung» aufmerksam.
Zuger Kantonalbank: Niemandem wird Platz freigehalten
Auf Nachfrage der Zeitung entschuldigte sich die Bank für die Irritationen. Kommunikationsleiter Tobias Fries erklärt, man bedaure, dass die Passage bei «einzelnen Personen» Unmut ausgelöst habe. Es sei nie die Absicht gewesen, «den Eindruck einer Ungleichbehandlung zu erzeugen».
Gleichzeitig stellt die Zuger Kantonalbank klar, dass in der Realität niemandem ein Platz in einer Warteschlange reserviert werde. Also weder Expats noch Einheimischen. Die Szene sei bewusst überspitzt und humorvoll gemeint gewesen, habe im Zuger Kontext aber zu Missverständnissen geführt.

Der Kontext ist sensibel: Der Kanton Zug gehört zu den Regionen mit der höchsten Wohnungsnot in der Schweiz. Die Leerwohnungsziffer liegt bei lediglich 0,42 Prozent – der zweittiefste Wert im Land.








