Wiler Traditions-Geschäft zu: «Haben alles probiert»
Nach 35 Jahren muss der «Speed Store» schliessen – trotz Umzug in die Wiler Fussgängerzone und neuem Konzept.

Das Wichtigste in Kürze
- Der «Speed Store» und das Café Mobey sind seit letzter Woche geschlossen.
- Bisher war der Grund für das Aus des Laden- und Gastrolokals unklar.
- Nun äussert sich der Inhaber René van den Berg.
Trotz strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen blieb der Platz vor dem «SpeedStore» und dem Café Mobey in den letzten Tagen leer.
Der Outdoor-Shop mit integriertem Café an der Oberen Bahnhofstrasse 49 ist seit Mitte Juni geschlossen (WN vom 18. Juni).
Erst vor rund einem Jahr ist der «Speed Store» von seinem langjährigen Standort an der Weierstrasse an die Wiler Fussgängerzone umgezogen. Auf der ehemaligen Ladenfläche von «Mode Herzog» setzten die Betreiber ein neues Konzept mit Veloladen, Outdoor-Shop und integriertem Café mit Aussensitzplätzen um.
«Das Konzept war ein gutes, davon sind wir noch immer überzeugt», betont René van den Berg, Vorsitzender der Inhabergesellschaft AC Sport Performance AG. «Aber am Ende hat es doch nicht gereicht.»
Neues Konzept sollte retten
Das Aus des Wiler Outdoor-Shops sei schleichend gekommen, so van den Berg. Er hat das Unternehmen 1991 mit Massimo Simeone, dem späteren Geschäftsführer, und weiteren Personen gegründet.

Bereits am alten Standort am Weier hätte das Unternehmen kämpfen müssen. «Der Detailhandel steht unter enormem Druck. Wären wir nicht umgezogen, hätten wir schon früher schliessen müssen», so der Inhaber.
Heutzutage funktioniere fast ausschliesslich noch das sogenannte Destination Shopping in Outletzentren, Malls und Einkaufsstrassen. Ohne solche Standortvorteile, brauche man ein unvergleichbares Angebot. Genau diese zwei Faktoren sollten mit dem neuen Konzept angesprochen werden.
Keine Handlungsmöglichkeit mehr
«Im Ladenlokal in der Wiler Fussgängerzone haben wir uns mehr Laufkundschaft erhofft», sagt René van den Berg. Mit dem Café Mobey sollte das Angebot erweitert werden.
«Das Gastronomieangebot kam gut an. Damit waren wir im Budget», verrät der Inhaber. Der Umsatz im Outdoor-Shop habe sich allerdings nicht nach den Vorstellungen der Inhabergesellschaft entwickelt. «Wir haben alles probiert», betont van den Berg.
«Wir haben in den neuen Standort investiert, haben interne Anpassungen vorgenommen – doch das hat uns alles nicht zum Erfolg geführt. Wenn einem das Geld ausgeht, bleiben einem nicht mehr viele Möglichkeiten, um zu handeln.»
Sieben Mitarbeitende betroffen
Gemäss dem Speed-Store-Inhaber liegt der Fall nun beim Kreisgericht. Das Unternehmen wartet momentan auf eine Rückmeldung des Amtes, also auf eine Konkurseröffnung.
«Es tut mir sehr leid – für unsere treue Kundschaft, aber vor allem für unsere langjährigen Mitarbeitenden, die uns zum Teil fast 35 Jahre begleitet haben», bedauert van den Berg. Das Team umfasste bis zum Zeitpunkt der Schliessung sieben Leute.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.








