Konkursfälle verdoppeln sich im ersten Quartal 2026
Die Zahl der Konkursfälle von Firmen hat sich im ersten Quartal 2026 mehr als verdoppelt. In gewissen Kantonen wurde eine Zunahme von 200 Prozent verzeichnet.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl der Konkursfälle verzeichnet in der Schweiz ein neues Hoch.
- Im ersten Quartal 2026 hat sie sich mehr als verdoppelt.
- In den Kantonen Thurgau und Basel-Landschaft gab es Zunahmen von 200 Prozent.
Die Firmengründungen in der Schweiz haben einen historischen Höchststand erreicht. Doch das Ereignis wird überschattet. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Konkursfälle von Firmen im ersten Quartal 2026 mehr als verdoppelt.
Die Schweizer Unternehmenslandschaft sei damit von einer aussergewöhnlich hohen Dynamik geprägt, teilte der Wirtschaftsinformationsdienst Dun & Bradstreet am Montag mit.
Die gegenläufige Entwicklung von Konkursen und Neugründungen deute dabei auf eine ausgeprägte Marktbereinigung hin und weniger auf eine klassische Konjunkturkrise.
200 Prozent Zunahme in zwei Kantonen
Die Zunahme der Konkurse habe sowohl konjunkturelle als auch regulatorische Gründe. Denn seit dem 1. Januar 2025 ist das Bundesgesetz zur Bekämpfung von missbräuchlichem Konkurs in Kraft.
Dessen Kern ist die Aufhebung des Behördenprivilegs im Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG). Konkret müssen nun öffentlich-rechtliche Forderungen bei im Handelsregister eingetragenen Schuldnern über Konkurs betrieben werden.
Insgesamt haben im ersten Quartal 3074 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als einer Verdoppelung entspricht. Regional gesehen zeigt sich gemäss Dun & Bradstreet ein einheitliches Bild.
Vergleichsweise moderat seien die Anstiege in der Zentralschweiz (+77 Prozent) und der Nordwestschweiz (+90 Prozent) gewesen. Am stärksten waren die relativen Zuwächse an Insolvenzen in den Kantonen Thurgau und Basel-Landschaft mit je über 200 Prozent Zunahme.
Ausbildungsdienste und Baugewerbe besonders betroffen
Branchenmässig waren vor allem Ausbildungsdienste und das Baugewerbe stark von Insolvenzen betroffen. Dun & Bradstreet geht davon aus, dass die Insolvenzen während des gesamten Jahres weiter steigen werden.
Die Gründungsaktivität zeigt sich derweil in vielen Bereichen weiterhin robust, wobei sich auf Branchenebene ein differenziertes Bild ergibt.
Deutlich zugenommen haben die Neugründungen im Versorgungswesen (+41 Prozent). Auch bei der Herstellung von nicht haltbaren (+33 Prozent) und haltbaren Gütern (+24 Prozent) zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab.
Rückläufig war hingegen die Gründungsaktivität im Grosshandel oder in der Holz- und Möbelindustrie.













