Kommt es wieder zu Chaos-Sommer in Flawil SG?
Nach den Ereignissen am Oberstufenzentrum setzt die Gemeinde auf Prävention – und auf die Bevölkerung.

Das Wichtigste in Kürze
- Sachbeschädigungen und Schmierereien verursachen in Flawil immer wieder hohe Kosten und grossen Aufwand.
- Gemeinde und Schule haben nun verschiedene Massnahmen ergriffen.
Anfang Juli jährt sich ein Vorfall, der in Flawil für grosses Aufsehen sorgte: Eine Gruppe von Schulabgängerinnen und Schulabgängern verwüstete das Areal des Oberstufenzentrums (OZ) und verursachte einen Sachschaden von rund 50'000 Franken.
Inzwischen wurden 26 Jugendliche rechtskräftig wegen Sachbeschädigung und/oder Hausfriedensbruchs verurteilt. Gegen sie wurden zudem Hausverbote von sechs bis zwölf Monaten ausgesprochen.
Der Fall am OZ war kein Einzelfall. Immer wieder werden in Flawil Schulareale und öffentliche Plätze beschädigt, Wände beschmiert oder Einrichtungen mutwillig zerstört.

Solche Vorfälle verursachen laut der Gemeinde hohe Kosten und beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Fachleute weisen darauf hin, dass Vandalismus häufig aus Gruppendynamiken entsteht.
In Gruppen sinkt die Hemmschwelle, Verantwortung wird leichter abgeschoben und Einzelne können andere zu Fehlverhalten verleiten. Um weitere Schäden zu verhindern, hat die Gemeinde nach eigenen Angaben verschiedene Massnahmen umgesetzt.
Dazu gehören der Einsatz von Kameras sowie Anpassungen des Sicherheitsdispositivs in Zusammenarbeit mit der Securitas AG und der Kantonspolizei St. Gallen.
Eltern wurden sensibilisiert
Auch die Schule hat gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Vorkehrungen getroffen, um eine Wiederholung der Ereignisse vom vergangenen Sommer zu verhindern.
Eltern wurden sensibilisiert, mit ihren Kindern über Gruppendruck und Verantwortung zu sprechen und auf auffällige Entwicklungen zu achten.
Besonders während der Schulabschlusszeit vom 29. Juni bis 4. Juli setzt die Gemeinde nun aber auch auf die Unterstützung der Bevölkerung.
Wer nachts ungewöhnliche Aktivitäten oder Lärm auf Schulplätzen und anderen Treffpunkten feststellt, soll aufmerksam sein und im Zweifelsfall die Kantonspolizei über den Notruf 117 informieren.
Mit rund 20'000 Augen und Ohren verfügt die Gemeinde nach eigenen Angaben über einen weiteren wichtigen Partner im Kampf gegen Sachbeschädigungen und Schmierereien: die Flawiler Bevölkerung.
Ziel des Appells sei es, Sachbeschädigungen zu reduzieren und der öffentlichen Infrastruktur Sorge zu tragen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.








