Wetterextreme belasten Bauernfamilien stark

Keystone-SDA
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Bern,

Die anhaltende Trockenheit und Wetterextreme haben die Belastung für Bauernfamilien in der Schweiz erhöht. Ernteausfälle, fehlendes Tierfutter und Schlafmangel sorgen für psychischen Stress und Spannungen, wie das Bäuerliche Sorgentelefon berichtet.

Hitze und Trockenheit bedeuten Stress nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere auf den Bauernhöfen. Zum Sorgentelefon können sie allerdings nicht greifen. (Archivbild)
Hitze und Trockenheit bedeuten Stress nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere auf den Bauernhöfen. Zum Sorgentelefon können sie allerdings nicht greifen. (Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die Anzahl der Anfragen sei jedoch nicht mit anderen Jahren zu vergleichen, weil in früheren Jahren solche Wetterextreme meist regional sehr unterschiedlich aufgetaucht seien, teilte das Bäuerliche Sorgentelefon der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Der Trend gehe in Richtung extremer, flächendeckender und von regional zu national.

Die derzeit am häufigsten genannten Probleme der Anruferinnen und Anrufer seien die persönliche und finanzielle Betroffenheit durch Krankheiten bis hin zu Schlachtungen von Tieren, schlechte bis keine Ernteerträge bei Ackerkulturen, Wasserknappheit für Tier, Mensch und Ackerkulturen bis hin zu fehlendem Wasser.

Auch höhere Produktionskosten und Dauerstress durch die unermüdliche 24-Stunden-Bewässerung von Kulturen mit der Angst vor Ernteeinbussen oder -ausfällen würden bei den Beratungsgesprächen genannt.

Die grösste psychische Belastung entstehe aus der Kombination der verschiedenen Faktoren. Dazu zählten die Sorge um zu wenig Futter, das teuer zugekauft werden müsse oder gar nicht mehr erhältlich sei, kranke Tiere, sowie die Notwendigkeit, gesunde Tiere zu schlachten.

Der enorme Mehraufwand für die Wasserversorgung durch nächtliche Bewässerung der Felder führe zu Schlafmangel. Ernteausfälle und der Druck durch tiefe Marktpreise verstärkten das Gefühl der Hilflosigkeit und führten zu Existenzängsten. Die eigene körperliche und psychische Gesundheit sei ebenfalls ein zentrales Thema.

Auswirkungen auf das Familienleben

Einerseits könnten Belastungen den Familienzusammenhalt zwar stärken und das gemeinsame Erreichen eines Ziels fördern, «beispielsweise bei der Rettung der Ernte oder im gemeinsamen Umgang mit der Trauer über Tierverluste, etwa infolge erzwungener Schlachtungen».

Andererseits könne sich die teilweise enorme Zusatzbelastung auch negativ auf das Zusammenleben auswirken. «Je länger Mehrbelastungen und Stress anhalten, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Krisen und Konflikten», schrieb die Medienverantwortliche weiter.

Das Bäuerliche Sorgentelefon, ein gemeinnütziger Verein, riet Betroffenen, über ihre Situation zu sprechen und Unterstützung anzufordern. Wichtig seien auch Toleranz gegenüber sich selbst und dem Umfeld sowie die Solidarität unter den Landwirten.

Das Team rapportiere jedes Telefongespräch. Anrufe seien anonym und niederschwellig. Das Sorgentelefon erhält jährlich 100 bis 160 Anrufe, die offiziell registriert werden, jedoch ohne Zweit- oder Drittmelder, die anonyme Hilfe suchen, wie es weiter hiess. Frauen würden zudem mehr anrufen als Männer.

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Kommentare

User #4895 (nicht angemeldet)

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