Wegen IT-Umstellung: Steuerverwaltung Bern für zehn Tage geschlossen
Aufgrund einer IT-Umstellung schliesst die Steuerverwaltung des Kantons Bern ab Freitag für zehn Tage. Die Umstellung dauert länger und wird teurer als geplant.

Das Wichtigste in Kürze
- Ab nächstem Freitag bleibt die Steuerverwaltung des Kantons Bern für zehn Tage geschlossen.
- Der Grund dafür ist eine IT-Umstellung, die in dieser Zeit finalisiert wird.
- Die letzte Frist für die Steuererklärung 2025 verschiebt sich deshalb gut zwei Wochen nach hinten.
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern macht ab nächstem Freitag für zehn Tage dicht. Wer sich also nach dem 23. Oktober um 16 Uhr mit einem Anliegen meldet, muss sich für eine Antwort gedulden.
In den zehn Tagen danach ist weder die Infolinie noch das Online-Portal BE-Login aktiv, so eine Medienmitteilung des Kantons.
Auch die Schalter in Biel, Bern, Burgdorf und Thun sind in dieser Zeit nicht bedient. Selbst Briefe, E-Mails und Anfragen über das Kontaktformular werden nicht beantwortet, schreibt das Newsportal «Blue News».
Doch die vorübergehende Schliessung hat nicht nur negative Auswirkungen: Wer nämlich die Steuererklärung 2025 noch nicht eingereicht hat, kriegt etwas mehr Zeit dafür.
Fristverlängerung für Steuererklärung 2025
Aufgrund der Umstellung verschiebt der Kanton die letzte Frist vom 15. auf den 30. November. Dies gilt sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen und Vereine.
Bezüglich Rechnungen für die dritte Steuerrate schreibt der Kanton Folgendes: «Die Rechnungen für die dritte Steuerrate werden noch vor der Systemumstellung erstellt.» Sie träfen jedoch erst Mitte November 2026 bei den steuerpflichtigen Personen ein.
Die Abschliessung der IT-Umstellung erfordere umfassende Anpassungsarbeiten und Systemtests, um Fehler bei der Steuerveranlagung und den Steuerrechnungen zu vermeiden.
Dies «führt dazu, dass die Informatik während dieser Zeit für das Tagesgeschäft nicht genutzt werden kann», so die Medienmitteilung.
Umstellung auf neue Programmiersprache
Wie «Blue News» schreibt, sind die alten Steuerprogramme in der Programmiersprache namens COBOL geschrieben, die aus dem Jahr 1995 stammt. Aufgrund der steigenden Kosten für deren Betrieb und weil es immer weniger COBOL-Fachleute gibt, wechselt der Kanton nun die Programmiersprache.
Ein Vortrag des Regierungsrats an den Grossen Rat vom Februar 2025 zeigt gemäss dem Newsportal, dass die Umstellung Probleme machte. Demnach hätte der Wechsel bereits Anfang 2025 abgeschlossen sein sollen.
Der Aufwand sei jedoch unterschätzt worden, weshalb die Regierung für die Steuerverwaltung einen Zusatzkredit von 5 Millionen Franken beantragte.
Der Parallelbetrieb der alten und neuen Technik verursacht jährlich Kosten von 9 bis 11 Millionen Franken. Durch die Verzögerung entstehen 2026 zusätzliche Kosten von rund 10,9 Millionen und 2027 von 5,5 Millionen Franken.













