Mehrheit will keine Zuckersteuer gegen Übergewicht
Der Staat soll mehr gegen Übergewicht tun, aber ohne neue Steuern oder Verbote. Die Bevölkerung setzt gemäss einer Befragung auf Eigenverantwortung.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizer Bevölkerung ist sich einig: Der Staat soll mehr gegen Übergewicht tun.
- Dabei soll er jedoch nicht auf eine Steuer, beispielsweise auf Zucker, zurückgreifen.
- Viele erachten ein Werbeverbot für ungesunde Nahrungsmittel, das sich an Kinder richtet, als sinnvoll.
Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will, dass der Staat mehr gegen Übergewicht tut. Verbote oder Steuern auf beispielsweise Zucker lehnt die Bevölkerung jedoch ab. Sie fordert aber einen besseren Schutz von Kindern vor Werbung.
Eine Steuer auf zucker-, salz- oder fetthaltige Lebensmittel lehnten 68 Prozent der Befragten ab. Als Gründe nannten sie, dass eine solche Steuer ärmere Menschen stärker belaste und Ernährungsgewohnheiten nicht ändern könne.
Das geht aus dem 13. Monitor Ernährung und Bewegung hervor, wie das Forschungsinstitut gfs.bern am Mittwoch im Auftrag der Informationsgruppe Erfrischungsgetränke mitteilte.
Eine zweckgebundene Lenkungsabgabe auf Zucker zur Finanzierung von Aufklärung fand mit 45 Prozent ebenfalls keine Mehrheit. Am unpopulärsten war die Idee eines Mindestalters für den Kauf solcher Lebensmittel, die nur 19 Prozent der Befragten unterstützten.
Präventionsprogramme werden befürwortet
Dennoch finden 76 Prozent der Befragten, dass die Massnahmen nicht ausreichen. Sie fordern aber statt staatlicher Eingriffe präventive Massnahmen.
Jeweils 90 Prozent befürworteten Präventionsprogramme für Risikogruppen sowie gemeinsame Projekte mit der Wirtschaft. Obligatorische Ernährungskunde an Schulen wurde von 89 Prozent der Befragten begrüsst.
Ebenfalls grossen Rückhalt mit 82 Prozent Zustimmung fand ein Werbeverbot für zucker-, salz- und fetthaltige Nahrungsmittel, das sich an Kinder unter 13 Jahren richtet. Der Bund erarbeitet dazu laut der Mitteilung eine freiwillige Selbstverpflichtung mit den Lebensmittelherstellern.
Grundsätzlich bevorzugten die Stimmberechtigten weiterhin die Eigenverantwortung. Konsumierende seien grundsätzlich selbst für eine ausgewogene Ernährung verantwortlich. Dahinter folgten Konsumentenorganisationen, Familie und Schulen.
Gfs.bern befragte für den repräsentativen Monitor im März und April dieses Jahres 1013 stimmberechtigte Personen in der Schweiz.












