Klimawandel

    Wassersparen wird in der Schweiz bald zum Alltag gehören

    Pools bleiben leer, Rasen trocken: Wegen des Klimawandels könnte Wassersparen in der Schweiz schon bald zum Alltag gehören.

    Wasser
    Die Schweiz wird immer trockener. Gut möglich, dass Wassersparen bald zum Alltag gehören wird. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schweiz wird von einer Hitzewelle überrollt – jetzt wird das Wasser plötzlich knapp.
    • Mehrere Gemeinden fordern zum Wassersparen auf.
    • Wassersparen könnte in Zukunft in der Schweiz zum Alltag gehören.

    Die Schweiz schwitzt – und plötzlich wird selbst Wasser knapp.

    Die Rekord-Hitze lässt nicht nur die Temperaturen explodieren, sondern auch die Sorge um unsere Wasserversorgung.

    Immer mehr Schweizer Gemeinden rufen ihre Bevölkerung deshalb zum Wassersparen auf: Keine Pools füllen, keine Rasen sprengen, keine Autos waschen.

    Doch ist das nur eine Folge der aktuellen Hitzewelle? Oder wird Wassersparen schon bald zum neuen Alltag – auch lange nach dem Sommer?

    Experten erwarten mehr Trockenheit

    Sonia Seneviratne, Klimaforscherin an der ETH Zürich, erwartet, dass Hitze- und Trockenperioden künftig häufiger und intensiver auftreten. Grund sei der menschengemachte Klimawandel.

    «Heisse und trockene Bedingungen finden wegen dem menschengemachten Klimawandel in der Schweiz immer häufiger statt. Und die Intensität der Ereignisse nimmt auch zu», sagt sie auf Anfrage von Nau.ch.

    Falls die Verbrennung fossiler Brennstoffe rasch beendet würde, könnte die Erwärmung auf dem heutigen Niveau stabilisiert werden. Dadurch liesse sich eine weitere Verschärfung der Lage vermeiden. «Aber die bisherige Erwärmung ist für Jahrzehnte unumkehrbar.»

    Für die Wissenschaftlerin ist deshalb klar: «Wassersparen wird allgemein in der Schweiz immer wichtiger werden.» Im Durchschnitt würden die Sommer mit der globalen Erwärmung immer trockener.

    Böden trocknen schneller aus

    Laut Seneviratne trocknen die Böden vor allem deshalb stärker aus, weil Pflanzen bei höheren Temperaturen mehr Wasser verdunsten. Gleichzeitig schmilzt der Schnee früher im Jahr und bleibt im Winter seltener liegen. Beides verschärft die Trockenheit zusätzlich.

    Macht dir die Trockenheit in der Schweiz Angst?

    Besonders betroffen seien das Mittelland und die Voralpen. Neben der Landwirtschaft litten auch Wälder und Gewässer unter den trockenen Bedingungen. Dadurch steige unter anderem das Risiko für Waldbrände.

    Auch Fische litten unter tiefen Wasserständen und hohen Wassertemperaturen. «Ausserdem können die Atomkraftwerke weniger gut gekühlt werden, was zu Stromausfällen führt.»

    Anpassung hat Grenzen

    Um sich besser auf Trockenperioden vorzubereiten, brauche es laut der ETH-Professorin bessere Warnsysteme und ein umfassenderes Monitoring der Trockenheitsentwicklung. Die neue Trockenheitsplattform des Bundes sei zwar ein wichtiger Schritt. Wünschenswert wären aber zusätzlich Bodenfeuchtemessungen.

    Wie kann sich die Schweiz sonst darauf vorbereiten?

    Mehr Wasserspeicher könnten laut Seneviratne helfen. Auch trockenheitsresistentere Pflanzen in der Landwirtschaft könnten die Folgen etwas abfedern.

    Bewässerung
    Bewässerung kann die Lage nur teilweise entschärfen. - keystone

    Bewässerung könne die Lage zwar teilweise entschärfen. In extrem trockenen Perioden helfe aber auch das nicht mehr und führe zusätzlich zu einem weiteren Abbau der Wasserressourcen.

    Auch in der Forstwirtschaft würden bereits heute trockenheitsresistentere Baumarten gefördert.

    Dennoch warnt die Klimaforscherin vor falschen Erwartungen: «Man muss sich aber bewusst sein, dass es auch Grenzen der Anpassungen gibt.» Zudem dürften Nutzungskonflikte um Wasser künftig zunehmen.

    Pegelstände von Bodensee, Walensee und Zugersee besonders tief

    Auch Robin Poëll, Mediensprecher des Bundesamts für Umwelt (BAFU), beobachtet derzeit ungewöhnlich tiefe Wasserstände. Viele Flüsse führen weniger Wasser als üblich, auch zahlreiche Seen und regional das Grundwasser liegen unter den saisonalen Durchschnittswerten.

    Besonders tief seien derzeit die Pegel von Bodensee, Walensee und Zugersee.

    Auch langfristig rechnet das BAFU mit Veränderungen. Der Beitrag von Schmelzwasser aus Schnee und Eis werde weiter abnehmen. Dadurch verschiebe sich die Wasserverteilung im Jahresverlauf.

    Gletscherwasser
    In den nächsten Jahren dürfte immer weniger Gletscherwasser ins Tal getragen werden. - keystone

    Künftig werde im Winter mehr Wasser in den Gewässern fliessen, im Sommer dagegen weniger. Insgesamt bleibe zwar ähnlich viel Wasser vorhanden. Trockenperioden würden aber häufiger und länger. Regional könne es deshalb zu Wasserknappheit kommen, kleinere Bäche könnten sogar austrocknen.

    Der Bund arbeitet deshalb derzeit an einer nationalen Wassermanagement-Strategie. Sie soll den Umgang mit Trockenperioden, Starkniederschlägen, der Wasserversorgung und dem Schutz der Wasserlebensräume verbessern.

    Ziel ist es, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und die Wasserressourcen langfristig nachhaltiger zu bewirtschaften.

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    Kommentare

    User #4281 (nicht angemeldet)

    Am besten ganz viele versklavte und gequälte Lebewesen essen, nachdem sie dann grauenvoll getötet wurden und nur noch als KörperFleisch gesehen werden. Das schadet nicht nur diesen armen Tieren extrem, sondern auch der Natur, Biodiversität, Gesundheit und Nahrungsversorgung (Tierische Kalorien extreme Verschwendung von Anbaufläche, Kalorien etc.). Und nicht zuletzt der Wasserversorgung, für Natur und Mensch. Vom Klima haben wir da noch nicht mal gesprochen...

    User #4839 (nicht angemeldet)

    Wer braucht den Wasser, wenn es den guten alten Jack und Daniels gibt.

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