Walliser Kantonsgericht vertagt Prozess wegen Sprachproblem
Das Walliser Kantonsgericht hätte am Dienstag einen Afghanen wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau verhandeln sollen. In erster Instanz war er zu 10 Jahren Freiheitsstrafe und einer Landesverweisung von 15 Jahren verurteilt worden. Der Prozess wurde jedoch wegen eines Problems mit der Dolmetscherin vertagt.

Da der Beschuldigte – was sein gutes Recht ist – in seiner Muttersprache Dari aussagen wollte, eröffnete das Gericht die Verhandlung zunächst mit der Vereidigung einer Dolmetscherin aus der Region. Bereits bei der zweiten Frage räumte diese jedoch ein, die Sprache nur begrenzt zu beherrschen.
Gerichtspräsident Christophe Pralong unterbrach daraufhin die Verhandlung, um eine Ersatzperson zu finden. Nach rund einer halben Stunde entschied das Kantonsgericht, den Prozess zu vertagen, da keine geeignete Person gefunden werden konnte.
Der Sohn des Angeklagten sowie einer seiner Cousins boten an zu dolmetschen. Aufgrund ihrer Nähe zum Beschuldigten lehnte das Gericht diese Lösung jedoch ab.






