Waldfläche der Grösse Frankreichs wurde regeneriert

    Chiara Schlenz
    Chiara Schlenz

    Grossbritannien,

    In den letzten 20 Jahren entstand weltweit neue Waldfläche in der Grösse Frankreichs. Umweltschützer freuen sich – und warnen vor der falschen Sicherheit.

    Mexico Reforestation
    Auch in Mexiko wird fleissig neuer Wald angepflanzt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Abholzen von Wäldern sorgt seit geraumer Zeit für besorgniserregende Schlagzeilen.
    • Doch es gibt auch gute Neuigkeiten: Seit dem Jahr 2000 wurde viel Wald regeneriert.
    • Die Fläche entspricht 59 Millionen Hektaren – also so gross wie Frankreich.

    Die Rodung von grossen Waldflächen für Tierfutter, Weideland oder Palmölplantagen bereitet Umweltschützern und Klimaaktivisten seit Jahren Bedenken. Auch künstlich gelegte Feuer in Regenwäldern werden zum Problem.

    Abholzung regenwald brasilien
    Abgeholzter Regenwald in Brasilien. - Mato Grosso State Communication Department/AFP/Archiv

    Besonders im letzten Jahr stieg der Verlust von Wäldern stark an: «Global Forest Watch» veröffentlichte, dass tropische Wälder alleine über zwölf Millionen Hektare an Fläche verloren.

    Doch es gibt auch gute Neuigkeiten: Seit dem Jahr 2000 wuchsen rund 59 Millionen Hektare Wald weltweit auf natürliche Weise wieder zurück. Das entspricht der Fläche von ganz Frankreich! Dies veröffentlichte jüngst der WWF in Zusammenarbeit mit «Trillion Trees» auf deren Webseite.

    Neuer Wald absorbiert Emissionen von den USA

    Die in den letzten 20 Jahren neu gewonnene Waldfläche absorbiert beinahe sechs Gigatonnen an Kohlendioxiden. Das ist mehr, als die USA jährlich ausstösst. Besonders in Brasilien konnten sich die Wälder erholen – hier entstand neuer Wald in der Grösse von den Niederlanden.

    Wälder
    Auf der Karte von «Global Forest Watch» sieht man, wie viel Kohlendioxid die Wälder aufnehmen (grün) und wie viel sie ausstossen (violett). - Global Forest Watch / World Resources Institute

    Ein weiterer grosser Waldteil konnte in der Mongolei sein Comeback mit 1,2 Millionen Hektaren feiern. Auch in Zentralafrika und Kanada schafften es Umweltschützer, grosse Waldteile wiederzubeleben.

    Das Problem ist jedoch noch längst nicht gelöst: Denn während sich in den letzten 20 Jahren die 59 Millionen Hektaren Wald regenerierten, wurden 386 Millionen Hektare Wald abgeholzt. So relativiert der WWF die guten Neuigkeiten ein wenig.

    Natürliches Wachstum ist besser als künstliches

    Greenpeace Schweiz freut diese Entwicklung: Natürlich nachwachsende Wälder zur Renaturierung seien sicher positiv zu bewerten. «Dies darf jedoch nicht als Vorwand benutzt werden, um weiterhin Wälder abzuholzen, die über Jahrhunderte bis Jahrtausende gewachsen sind», so Mediensprecher Yves Zenger auf Anfrage.

    Reforestation
    Zwei Männer helfen mit, Wälder zu renaturieren. - keystone

    Denn natürliche Wälder seien nicht so einfach zu ersetzen. Zenger erklärt, weshalb künstliche Wälder den natürlichen nachstehen: «Sekundärwälder haben bezüglich Klimaschutz und Biodiversität nicht die Qualität eines Primärwaldes. Es dauert mehrere Generationen, um auf abgeholzten Flächen wieder resiliente, natürliche Wälder zu haben.»

    Reforestation
    Das natürliche Wachstum von Wäldern wird dem künstlichen Pflanzen von Bäumen vorgezogen. - keystone

    Ähnliche Aussagen machte Greenpeace Africa bereits letztes Jahr. «Nur in natürlichen Wäldern kann eine reiche Artenvielfalt beheimatet werden. Dazu gehören auch indigene und lokale Waldgemeinschaften», wird Sylvie Djacbou, Kampagnenleiterin, in einem Statement zitiert.

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