Versuchte Straftat: Obligatorische Landesverweisung ist zulässig

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Lausanne,

Ausländer können auch beim blossen Tatversuch bestimmter Straftaten des Landes verwiesen werden. Dies beschloss das Bundesgericht.

Bundesgericht
Das Bundesgericht in Lausanne. (Archivfoto) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bundesgericht entschied, dass Ausländer auch beim Tatversuch obligatorisch des Landes verwiesen werden können.
  • Gemäss Bundesgericht sei die Länge der verhängten Strafe nicht entscheidend.

Auch beim blossen Tatversuch bestimmter Straftaten können Ausländer obligatorisch des Landes verwiesen werden. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

Die Lausanner Richter bestätigen damit ein Urteil des Aargauer Obergerichts, das gegen einen Georgier wegen versuchten Einbruchdiebstahls eine Landesverweisung von fünf Jahren aussprach. Er war vom Obergericht zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 10 Franken verurteilt worden.

Das Bezirksgericht Rheinfelden hatte den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Das Obergericht reduzierte die Strafe wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots.

Das Bundesgericht hält in seinem am Dienstag publizierten Urteil fest, für den am 1. Oktober 2016 in Kraft getretenen Artikel 66a des Strafgesetzbuches sei es nicht relevant, ob eine Straftat vollendet wurde oder nicht.

Das Gesetz sage zwar nichts dazu aus. In der Botschaft des Bundesrates zum Gesetz stehe jedoch ausdrücklich, dass auch bei einem Versuch ein Landesverweis möglich sei. Nicht entscheidend ist gemäss Bundesgericht zudem die Länge der verhängten Strafe. Der Gesetzgeber habe eine Mindeststrafgrenze nicht ins Gesetz übernommen.

Der Georgier hatte Ende Oktober 2016 mit zwei Komplizen versucht, in ein Einfamilienhaus einzubrechen. Die Männer wurden jedoch von der heimkehrenden Bewohnerin gestört und flüchteten. Das Trio wurde kurz darauf von einer Patrouille der Regionalpolizei angehalten.

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