Unwetter in Norditalien – Bäche treten in Cervinia über die Ufer
Ein heftiges Unwetter hat am Montagabend den Wintersportort Breuil-Cervinia im italienischen Aostatal schwer getroffen. Innerhalb von rund 20 Minuten traten zwei Gebirgsbäche über die Ufer und verursachten erhebliche Schäden. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben vom Dienstag niemand.

Die Wassermassen überschwemmten unter anderem den lokalen 18-Loch-Golfplatz. Eine Schlammlawine mit Geröll bedeckte Teile der Anlage und zerstörte zwei Brücken.
🔵#Meteo In soli 20 minuti le violente precipitazioni hanno fatto esondare due torrenti a Breuil-Cervinia, in Valle D’Aosta, provocando la discesa di un muro d’acqua dalla montagna. Evacuata un’area camper. Travolto un campo da golf. Il video del nubifragio. pic.twitter.com/ZS7ZaDncnp
— Rai Radio1 (@Radio1Rai) August 4, 2026
In mehreren in sozialen Medien veröffentlichten Videos ist zu sehen, wie Wassermassen aus den Berghängen ins Tal strömen und tiefer gelegene Bereiche überfluten. Aus Sicherheitsgründen wurde der Campingbereich des Ortes vorsorglich evakuiert. Im Ortsteil Avouil stand zudem der Vorplatz des Grand Hotel Cervino unter Wasser. Im Einsatz waren die alpine Rettung sowie die Feuerwehr. Oberhalb der Berghütte Capanna Carrel auf 3850 Metern Höhe gingen nach Behördenangaben bis zu 15 Zentimeter Hagel nieder.
Das Unwetter folgt auf eine Phase aussergewöhnlich hoher Temperaturen. Erst vor wenigen Tagen hatte die italienische Skirennläuferin Federica Brignone Bilder des nahezu schneefreien Matterhorns veröffentlicht. Wegen der anhaltenden Wärme und des fehlenden nächtlichen Gefrierens hatte die Schweizer Bergbahngesellschaft Zermatt Bergbahnen die Sommerskisaison am Matterhorn bereits einen Monat früher als geplant beendet.
Italien ist derzeit erneut mit einer Hitzewelle konfrontiert, die bis Ende dieser Woche anhalten soll. Besonders kritisch ist die Situation an den Gletschern des Adamello, der Marmolada und des Mont Blanc. Fast alle der rund 900 in Italien erfassten Alpengletscher verlieren weiterhin an Masse. Mehr als 90 Prozent sind inzwischen auf weniger als einen halben Quadratkilometer Fläche geschrumpft. Allein der Adamello-Gletscher verlor innerhalb eines Jahres laut Umweltschutzverbänden zwölf Millionen Kubikmeter Wasser.










