Verschlossen? Deutsche Einwanderin Katy schwärmt von den Schweizern
Die Schweizer gelten nicht als besonders offen gegenüber Zugezogenen. Eine Deutsche macht nach ihrem Umzug aber ganz andere Erfahrungen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Katy zog im vergangenen November von Deutschland nach Boniswil AG.
- Vor dem Umzug hatte sie gehört, Schweizer seien eher verschlossen.
- Beim Quartierfest erlebte sie ihre neuen Nachbarn als ausgesprochen herzlich.
- Besonders schätzt sie das echte Interesse und die Hilfsbereitschaft der Schweizer.
Katy zog im vergangenen November mit ihrem Partner Tim nach Boniswil AG. Vor ihrem Neustart am Hallwilersee war sie allerdings nicht sicher, wie schnell sie in der neuen Heimat Anschluss finden würde.
Denn auch in Deutschland hält sich ein bestimmtes Bild hartnäckig: Schweizer seien zwar höflich, gegenüber Fremden aber eher zurückhaltend und verschlossen.

«Ich bin eher mit gemischten Gefühlen hergekommen. Weil man sagt ja auch so in Deutschland: Schweizer sind eher verschlossen», erzählt Katy. Selbst ihr Partner Tim habe ihr diesen Eindruck vor dem Umzug bestätigt.
Dann kommt das Quartierfest
Einige Monate später erlebt die Deutsche allerdings genau das Gegenteil.
Beim diesjährigen Quartierfest in Boniswil treffen Katy und Tim auf ihre neuen Nachbarn. Und ausgerechnet dort, wo sie mit etwas Schweizer Zurückhaltung gerechnet hatte, wird Katy regelrecht überrumpelt – mit Herzlichkeit.
«Wir wurden herzlich willkommen geheissen», schwärmt sie. Die Leute seien von sich aus auf das Paar zugekommen.
«Du merkst einfach: Dieser Empfang kommt von Herzen und nicht aus dem Kopf heraus.»
Die Nachbarn hätten Katy und Tim umarmt, sich vorgestellt und ihnen gezeigt, wo sie im Quartier wohnen. «Wir haben überall mitessen dürfen.»
Katy zieht Vergleich mit den USA
Dabei hat Katy durchaus Vergleichsmöglichkeiten. Sie verbrachte bereits mehrere Monate in den USA und war auch in Schweden.
Gerade die oft gelobte amerikanische Offenheit empfindet sie heute anders als die Herzlichkeit, die sie in der Schweiz erlebt.

Das bekannte «Hi, how are you?» aus den USA oder Kanada wirke zwar freundlich, sei für sie aber häufig oberflächlich geblieben. In der Schweiz habe sie dagegen das Gefühl, dass echtes Interesse dahintersteckt.
«Wenn dich jemand fragt und umarmt, dann kriegt man auch wirklich Tipps. Es hat eine viel geilere Qualität.»
«Dann hast du auch das Herz gewonnen»
Katy beschreibt die Schweizer zwar durchaus als Menschen, die nicht sofort jeden an sich heranlassen. Ist das Eis aber einmal gebrochen, erlebt sie die Kontakte als umso persönlicher.
«Wenn die Schweizer interessiert sind, dann sind sie richtig interessiert. Und dann hast du auch das Herz gewonnen.»
Und diese Erfahrung beschränkt sich für sie nicht auf das Quartierfest.
Auch wenn Katy mit ihrem Hund unterwegs ist, komme sie immer wieder mit Menschen ins Gespräch. Besonders positiv fällt ihr auf, dass viele für sie ins Hochdeutsche wechseln. Gerade im ersten Jahr habe sie Schweizerdeutsch noch nicht immer verstanden.
Von der angeblichen Verschlossenheit der Schweizer kann die Deutsche deshalb nach ihren ersten Monaten in Boniswil wenig erkennen.
«Ich kann das gar nicht bestätigen.»








