Velorennen Tour de Berne stösst trotz Rekordfeld an Grenzen
Gestiegene Anforderungen und die schwierige Suche nach Freiwilligen machen die Organisation von Sportanlässen für die breite Bevölkerung immer anspruchsvoller. An ihre Grenzen stösst auch die Tour de Berne – ein Volksvelorennen für Frauen im Raum Bern, dessen Beliebtheit zugenommen hat.

Wenn am kommenden Sonntag rund 300 Frauen auf ihren Rennvelos zur Tour de Berne starten, ist von den organisatorischen Hürden im Vorfeld wenig zu spüren. Hinter den Kulissen aber haben sich dem Organisationskomitee zahlreiche Herausforderungen gestellt.
Vier Frauen stemmen die gesamte Vorbereitung ehrenamtlich neben Beruf und Familie. «Der Anlass ist schneller gewachsen als die Struktur dahinter», bringt es Rahel Hertig, im Organisationskomitee für die Sicherheit zuständig, auf den Punkt.
Mittlerweile seien sie der Belastungsgrenze nah. Der nächste Schritt wäre eine Professionalisierung, doch dafür – etwa für eine bezahlte Administrationsstelle – fehlen die Mittel, sagt Hertig.
Ein wesentlicher Treiber des Aufwands sind behördliche Vorgaben. Die 42 Kilometer lange Strecke führt durch die acht Berner Gemeinden Bolligen, Krauchthal, Oberburg, Vechigen, Stettlen, Worb, Muri und die Stadt Bern. Dies erfordert Bewilligungen und Absprachen mit jeder einzelnen Gemeinde, ebenso mit dem Kanton.
Hinzu kommen verschärfte Sicherheitsauflagen. Die Strecke ist nur teilgesperrt, die Organisatorinnen müssen dennoch sämtliche Teilnehmerinnen im Auge behalten. «Wir setzen zwar auf Eigenverantwortung, aber wir wollen und müssen gewährleisten, dass es für die Fahrerinnen sicher ist», sagt Hertig.
Im Vergleich zu vergangenen Jahren ist mehr Sanitätspersonal im Einsatz, ebenso wurden zusätzliche Verkehrskadetten aufgeboten. Letztere werden von der Veranstaltung bezahlt.
Unterstützung erhält das Rennen auch von der Polizei. An der Spitze fährt ein Polizeimotorrad, in der Stadt Bern überwachen Einsatzkräfte grosse Kreuzungen und Kreisel.
Insgesamt sorgen gegen 200 Personen dafür, dass das Rennen stattfinden kann. Darunter sind rund 80 freiwillige Helferinnen und Helfer. Es sei nicht einfach, diese zu finden, aber sie seien unverzichtbar, sagt Hertig: «Sie stehen teils stundenlang an der Strecke und haben viel Verantwortung, erhalten von uns aber nur Verpflegung.» Dennoch würden viele immer wieder mitmachen.
Trotz aller Strapazen ist Hertigs Vorfreude auf den Renntag gross. «Unser Ziel ist es, Frauen im Radsport stärker sichtbar zu machen.» Das scheint ihr und ihren drei Mitstreiterinnen zu gelingen: Bei der Erstausgabe 2022 meldeten sich 200 Teilnehmerinnen an, diesmal sind es bereits 300.






