Varianten für neue Höchstspannungsleitung an der Grimsel vorgelegt

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    Bern,

    Swissgrid hat am Donnerstag drei Varianten aufgezeigt, wie sie die teilweise über 60 Jahre alte Höchstspannungsleitung über den Grimselpass erneuern will.

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    Strommasten im Grimselgebiet. Die neue Hochspannungsleitung soll wenn möglich unter den Boden. - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die teilweise 60 Jahre alte Höchstspannleitung über den Grimselpass soll erneuert werden.
    • Sie ist etwa 27 Kilometer lang und verläuft zwischen Innertkirchen BE und Ulrichen VS.

    Freileitung, Erdkabel oder beides: die Schweizer Stromnetzgesellschaft Swissgrid hat am Donnerstag mehrere Varianten aufgezeigt, wie sie die teilweise über 60 Jahre alte Höchstspannungsleitung über den Grimselpass erneuern will. Die rund 27 Kilometer lange Höchstspannungsleitung verläuft zwischen Innertkirchen BE über den Grimselpass bis nach Ulrichen VS.

    Dabei durchquert die heutige Freileitung zum Teil Dörfer und alpines Gelände. Nach sechs Jahrzehnten muss die Leitung nun auf den neusten Stand der Technik gebracht und die Spannung durchgängig von 220 Kilovolt auf 380 erhöht werden.

    Diese Kapazitätserhöhung ist laut Swissgrid mit Blick auf die Energiestrategie des Bundes notwendig, um die wachsende Stromproduktion aus Wasserkraft in den Berggebieten ins Schweizer Mittelland zu transportieren, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt.

    Drei Varianten

    In einem ersten Schritt hat Swissgrid nun verschiedene Varianten erarbeitet, wo und wie der Strom ins Unterland transportiert werden soll. Die Varianten zeigen geografische Räume auf, in welchen ein Trassee mit einer bestimmten Übertragungstechnologie gebaut werden kann. Der Bundesrat wird voraussichtlich Ende 2022 den Planungskorridor und die Übertragungstechnologie bestimmen.

    Die Schlaufen der Passstrasse: Grimselpass im Juli.
    Die Schlaufen der Passstrasse: Grimselpass im Juli. - Keystone

    Die erste Variante sieht eine Freileitung vor, die zwischen Innertkirchen und Handegg im Talboden verläuft. Von Handegg bis östlich von Oberwald führt die Leitung durch hochalpines Gelände, bevor sie auf Walliser Seite der Grimsel im Raum St. Niklaus das Obergoms quert und auf der südlichen Talseite nach Ulrichen führt.

    Die zweite Variante sieht ebenfalls eine Freileitung bis Handegg vor. Danach soll die Höchstspannungsleitung in mehrheitlich bestehenden Stollen bis ins Obergoms führen. Für das Stollenportal bestehen auf Walliser Seite mehrere Optionen. Ab St. Niklaus verläuft die Leitung dann wieder oberirdisch.

    Die dritte Variante geht von einer vollständigen Erdverkabelung aus. Hier kommt die Idee eines kombinierten Bahn- und Stromkabeltunnels ins Spiel.

    Idee eines Grimselbahntunnels vor mehreren Jahren lanciert

    Vor mehreren Jahren schon wurde die Idee eines Grimselbahntunnels lanciert. Die Grimselbahn würde das Schmalspurnetz nördlich und südlich der Alpen und damit bekannte Tourismusorte wie Montreux, Interlaken, Luzern, Andermatt und St. Moritz verbinden.

    Stromseitig wären die Leitungen im Tunnel vor den hochalpinen Witterungseinflüssen besser geschützt. Zudem könnten die heute omnipräsenten Freileitungen im Grimselgebiet abgebaut werden. Sollte die Idee eines kombinierten Bahn- und Stromtunnels nicht zum Tragen kommen, sieht Swissgrid einen noch zu bauenden Stollen von Innertkirchen bis Handegg vor. Von dort würden die Leitungen dann in den mehrheitlich bestehenden Stollen verlaufen.

    Jede Variante habe ihre Vor- und Nachteile, gibt sich Swissgrid in der Mitteilung salomonisch. Freileitungen haben Vorteile bei der Effizienz und sind einfacher zu reparieren. Erdkabel punkten mit unverbautem Landschaftsbild und Schutz vor Naturgefahren.

    Swissgrid führt aber auch ins Feld, dass eine Erdverlegung teurer und technisch herausfordernd sei. Unabhängig der gewählten Variante sollen die Siedlungen im Raum Innertkirchen, Guttannen und Obergesteln entlastet werden. Heute führen die Leitungen teilweise mitten durch die Dörfer. Die neue Leitung wird, unabhängig von der Übertragungstechnologie, die Siedlungen umgehen.

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