Anonymes Flugblatt gegen Gemeindepräsidentin: Zwei outen sich
Ein anonymes Flugblatt mit Vorwürfen gegen Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl sorgte in Kemmental TG für Aufregung. Nun haben sich zwei Männer dazu bekennt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein anonymes Flugblatt gegen die Kemmentaler Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl sorgte für Wirbel.
- Urs Blättler und Ruedi Engeli sind die einzigen Personen, die sich öffentlich dazu bekennen.
- Blättler betont, dass ihre beiden Unterschriften unter dem Text hätten stehen sollen.
Mitte September wurde in der Gemeinde Kemmental TG ein Flugblatt mit Vorwürfen an Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl verteilt. Dass es mit «Die unzufriedenen Kemmentaler/innen» unterzeichnet war und kein Name publiziert wurde, stiess in der Gemeinde auf wenig Verständnis und löste heftige Reaktionen aus.
Inzwischen haben sich sowohl Urs Blättler wie auch Ruedi Engeli gegenüber Raffaella Strähl per E-Mail «als feige Bandenführer und unanständige Bewohner» zu erkennen gegeben.

Urs Blättler betont, «dass ich zu 100 Prozent zu den anonymen Anschuldigungen stehe». Die Gemeindepräsidentin sei also über diese beiden Namen informiert gewesen und hätte dies bei den Medieninterviews auch erwähnen und nicht mehr von «anonym vorgebrachten Anschuldigungen» sprechen können.
Nachteile befürchtet
Dass das Flugblatt ohne Unterschriften verteilt wurde, bezeichnet Urs Blättler im Nachhinein als «völligen Unsinn». Allerdings seien die Blätter in einer Auflage von 1500 Exemplaren bereits gedruckt gewesen.
Letzten Endes wären nur Ruedi Engeli und er mit vollem Namen draufgestanden.

«Der Rest der 30 unzufriedenen Kemmentaler befürchteten Nachteile oder hatten Angst, sich der Öffentlichkeit preis zu geben», so Urs Blättler. Er würde es auch begrüssen, wenn die Gemeindepräsidentin ihre Unterstützer darüber in Kenntnis setzen würde.
Im Interview in den Kreuzlinger Nachrichten habe Raffaella Strähl auch dazu Stellung bezogen, dass möglicherweise ein Mitglied des Gemeinderates in der Flugblatt-Gruppe mitgemacht habe und dies als, wenn es so wäre, schweren Vertrauensmissbrauch gewertet.
«Um es klipp und klar zu sagen: Wir hatten bezüglich Flugblatt keinerlei Kontakt zu einzelnen Gemeinderatsmitgliedern», sagte Urs Blättler dazu.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Kreuzlinger Nachrichten» erschienen.








