Seit Pandemie-Beginn fand Valentin Landmann das Prostitutionsverbot unverhältnismässig. Nach der Wiedereröffnung sorgt er nun mit einem Bericht für Empörung.
Valentin Landmann
Der Anwalt Valentin Landmann findet die Quarantäne für Sexarbeitende unverhältnismässig. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • SVP-Politiker Valentin Landmann liess sich für einen Bericht in einem Bordell ablichten.
  • Innerhalb politischen Kreisen sorgt der Artikel für Empörung.

Nach sechsmonatiger Schliessung wegen Corona durften Zürcher Bordelle am 1. Juni wieder öffnen. Drei Tage später veröffentlichte dazu die «Schweizer Illustrierte» einen Bericht mit dem Titel «Volles Haus und glückliche Männer».

Im Zentrum des Artikels steht SVP-Kantonsrat und Anwalt Valentin Landmann. Im Bild wird der 71-Jährige von drei nackten Prostituierten umringt. Entstanden ist es im schweizweit grössten Sexclub, dem Globe in Schwerzenbach ZH.

Valentin Landmann bezeichnet Schliessung als Verbrechen

Gegenüber der Zeitung sagt er: «Das Prostitutionsverbot war eine unwahrscheinliche Brutalität allen Sexarbeiterinnen gegenüber, ein Verbrechen!». Das Prostitutionsverbot habe viele Sexarbeiterinnen in existenzielle Not gebracht. Da sei er «gleicher Meinung wie Feministinnen».

Wie der «Tagesanzeiger» nun berichtet, fand der Artikel in der Politik keinen guten Anklang – im Gegenteil. «Das ist eine degoutante Inszenierung mit einem Mann inmitten junger Frauen», sagt GLP-Kantonsrätin Andrea Gisler gegenüber der Zeitung.

Andrea Gisler
Andrea Gisler ist empört über den Bericht von Valentin Landmann. - Keystone

Zusammen mit Silvia Rigoni (Grüne) hat sie einen Brief mit 50 Unterschriften an den den Ringier-Verlag geschrieben. Darin kritisieren sie den Herausgeber der SI aufs Schärfste. So habe etwa der Bericht Null Bezug zur Realität im Rotlicht-Milieu.

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