In Bern hat am Sonntag das Uno-Weltdatenforum (UNWDF) begonnen. Die internationale Konferenz mit rund 700 Teilnehmenden aus 110 Ländern bringt Datenproduzenten und Datennutzende zusammen. Im Fokus des bis am Mittwoch dauernden Treffens soll die Bedeutung von Daten und der öffentlichen Statistik im Hinblick auf die Uno-Entwicklungsziele der Agenda 2030 stehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die vor Ort in Bern sowie online von der Schweiz und den Vereinten Nationen organisierte Konferenz sei im Rahmen der Agenda 2030 wegweisend, teilte das Bundesamt für Statistik vor dem Start des Anlasses mit.

Die Entwicklungsziele könnten nur mit qualitativ hochstehenden, zugänglichen, aktuellen und zuverlässigen Daten umgesetzt werden.

Für das Erreichen der 17 globalen Uno-Ziele für nachhaltige Entwicklung seien alle Länder angehalten, ihren Fortschritt zu messen. Die Regierungen benötigten dafür ausreichend aufgeschlüsselte Daten, erklärten die Organisatoren der Konferenz.

Bei der Eröffnung des Anlasses forderte Bundesrat Alain Berset am Sonntag verlässliche Daten. «Es gibt derzeit viele falsche Daten», sagte er am Treffen. Diese ungenauen Statistiken würden die Einstellung der Öffentlichkeit zu bestimmten Themen wie zum Beispiel der Pandemie verändern, sagte er. Falsche Statistiken würden Diskussionen erschweren, insbesondere während einer Pandemie, so Berset.

Seit Jahrzehnten hätten sich Gesundheit, Bildung und wirtschaftlicher Wohlstand verbessert, auch die Daten hätten mit diesem Fortschritt mithalten können, doch die Pandemie stelle diesen Fortschritt in Frage, sagte Berset.

Viele der 17 globalen Uno-Ziele würden wahrscheinlich nicht erreicht werden. Auch in der Schweiz sei die Situation nicht zufriedenstellend, sagte der Gesundheitsminister. Laut Daten waren vor zwei Jahren mehr als 700'000 Menschen von Armut bedroht, so Berset. Diese Zahl habe sich durch die Pandemie wahrscheinlich noch erhöht. Um die Situation zu verbessern, sei mehr Zusammenarbeit erforderlich, auch bei den Daten.

In einer Videobotschaft betonte Uno-Generalsekretär Antonio Guterres, dass zeitnahe, transparente und qualitativ hochwertige Daten wichtiger denn je seien.

Die Schweiz als Gastgeberland der Konferenz will insbesondere die Entwicklungsländer an den Tisch bringen. Sie sollen weitere Unterstützung erhalten beim Ausbau ihrer Daten- und Statistik-Kapazitäten.

Gast ist an der Tagung unter anderem auch Microsoft-Präsident Brad Smith. Insgesamt sind sieben Plenarsitzungen und über 60 weitere Vorträge und Workshops geplant. Die Ergebnisse der Konferenz werden am Ende in einem gemeinsamen Abschlussdokument veröffentlicht.

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