UN alarmiert über Angriffe auf Journalisten

    DPA
    DPA

    Genève,

    Zahlreiche Regierungen bringen derzeit Journalisten mittels Notrecht zum Schweigen. Auch Einschüchterungen und Festnahmen von Medienschaffenden nehmen zu.

    Journalisten Coronavirus
    Viele Regierungen benutzen in der Corona-Krise das Notrecht, um Journalisten zum Schweigen zu bringen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Corona-Krise wird vielerorts dazu genutzt, um Journalisten zum Schweigen zu bringen.
    • Einschüchterungen und Festnahmen gehören in gewissen Regionen zum Alltag für Journalisten.
    • Auch hohe Politiker setzen mit ihren Äusserungen die Pressefreiheit aufs Spiel.

    Zahlreiche Regierungen nutzen nach UN-Angaben Notverordnungen wegen der Corona-Pandemie als Vorwand, um Journalisten zum Schweigen zu bringen. Auch unerwünschte Kritik wird dadurch unterdrückt. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, sei alarmiert, berichtete ihr Büro Freitag in Genf.

    Pressefreiheit
    Nicht überall ist Pressefreiheit so selbstverständlich wie in der Schweiz. - Keystone

    Journalisten seien eingeschüchtert und teils festgenommen worden. «Freie Medien sind immer unverzichtbar, aber wir sind nie mehr darauf angewiesen gewesen als jetzt. In der Pandemie, wo so viele Menschen isoliert sind und um ihre Lebensgrundlage fürchten» seien sie besonders wichtig, so Bachelet.

    Politiker hetzen mit ihren Äusserungen gegen Journalisten

    Einige Politiker setzten mit ihren Äusserungen die Sicherheit von Journalisten aufs Spiel, so Bachelet. Ihr Sprecher nannte unter anderem US-Präsident Donald Trump, der Journalisten in seinen Corona-Pressekonferenz regelmässig angreife.

    Er nannte unter anderem auch den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan sowie Besorgnis erregende Entwicklungen in China. Auch auf den Philippinen, in Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Tansania, Bangladesch und Guatemala pflegen einen einschüchternden Umgang mit Journalisten.

    Türkei Erdogan
    Auch in der Türkei hetzt Staatschef Recep Tayyip Erdogan gegen die Medienhäuser. - Keystone

    Bachelet verwies auf Angaben des Internationalen Presse-Instituts (IPI), wonach seit Beginn der Krise 130 Verstösse gegen Journalisten verzeichnet wurden. Fast 40 Journalisten seien festgenommen oder angeklagt worden, weil sie Regierungsangaben zur Corona-Krise hinterfragten. Die Zahlen längen wahrscheinlich noch deutlich höher.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Paris
    peter madson
    3 Interaktionen
    Journalistin ermordet
    Schweiz Pressefreiheit
    43 Interaktionen
    «Nicht erstaunt»

    MEHR IN NEWS

    boy george
    Jerusalem
    vögel
    1 Interaktionen
    Studie zeigt
    Verbrecherwelle
    10 Interaktionen
    Autoklau

    MEHR AUS GENèVE

    lisa mazzone
    133 Interaktionen
    Grünen-Präsi
    5 Interaktionen
    Genf
    Genf
    1 Interaktionen
    Freihandelsabkommen