Ukraine Krieg

    Ukraine-Krieg: Teenager können nach Schule noch nicht in die Lehre

    Nick Mäder
    Nick Mäder

    Bern,

    Nach den Sommerferien beginnen viele Teenager eine Lehre, gehen ins Gymnasium. Für Teenies aus dem Ukraine-Krieg sieht die Situation aber anders aus.

    Ukraine Krieg
    Viele Kinder und Jugendliche, die aus dem Ukraine-Krieg geflüchtet sind, gehen inzwischen in der Schweiz zur Schule (Symbolbild). - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Schweiz leben über 2000 ukrainische Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren.
    • Für viele von ihnen steht der Übertritt zur nachobligatorischen Bildung bevor.
    • Doch nur die wenigsten werden schon ein Gymnasium besuchen oder eine Lehre starten.

    Durch den Ukraine-Krieg sind bislang zehntausende Menschen in die Schweiz geflüchtet. Von den rund 56'600 Geflüchteten mit Schutzstatus S sind 2165 im Alter zwischen 16 und 17 Jahren (Stand 3. Juli). Sie bräuchten nun eine Lehrstelle, einen Gymi-Platz oder ein zehntes Schuljahr.

    Doch: Wegen der deutschen Sprache haben die Teenies fast keine Möglichkeiten. Die Bildungsdirektionen in Bern und Zürich gehen «nur in Ausnahmefällen» von Übertritten an ein Gymnasium oder eine Lehre aus. So heisst es auf Anfrage von Nau.ch.

    Ukraine-Krieg: Lehre kommt für die meisten Teenies nicht infrage

    Denn: Bei einer Lehre müssten sie sich bis zu vier Jahre verpflichten. Wie lange die geflüchteten Teenager aber in der Schweiz bleiben (wollen), ist vielerorts nicht klar.

    Auch das Gymi kommt – obwohl unverbindlicher - nur für die wenigsten in Frage. Denn auch hier brauchen die Jugendlichen für die Aufnahme ein Deutschniveau von mindestens B1. Nur wenige Monate nach Ankunft in der Schweiz fast unmöglich.

    Ukraine-Krieg Jugendliche
    Rund zwei Drittel entscheiden sich für eine Berufslehre, die meisten anderen für das Gymnasium. - keystone

    Brückenangebote für Jugendliche aus dem Ukraine-Krieg

    Die beiden Kantone setzten stattdessen auf Zwischenlösungen. Ziel dieser sei es, die Sprachkenntnisse der Teenager zu verbessern, und sie so aufs Gymi oder eine Fachmittelschule vorzubereiten.

    Im Kanton Bern können sich rund 280 Jugendliche, die die obligatorische Schule verlassen, für ein solches «sprachzentriertes Brückenangebot» anmelden. In Zürich gibt’s das auch für Gymi-Absolventen.

    Ukraine-Krieg Deutsch
    In Bern und Zürich gibt es für Jugendliche aus der Ukraine Brückenangebote, damit sie ihre deutschen Sprachkenntnisse verbessern können. - Keystone

    Wie viele Teenies nach Abschluss der Module tatsächlich für eine Lehre oder den Besuch eines Gymnasiums infrage kommen, ist unklar.

    Haben Sie Ukraine-Flüchtlinge bei sich aufgenommen?

    Die Berner Bildungsdirektion hält aber so oder so an einer Zwischenlösung fest. Auch wenn die Teenager in die Ukraine zurückkehren sollten. «Eine zusätzliche Fremdsprache ist für Jugendliche auch dann ein Gewinn, wenn sie keine Ausbildung in der Schweiz abschliessen werden.»

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    Ukraine-Krieg
    89 Interaktionen
    Land verlassen
    Ukraine Krieg
    178 Interaktionen
    «Nicht mal begrüsst»
    4 Interaktionen
    Bern

    MEHR UKRAINE KRIEG

    Nachruf
    «Noch Kind»
    Donald Trump
    347 Interaktionen
    Trump hilft Putin
    Putin Witkoff
    8 Interaktionen
    Moskau
    Putin
    58 Interaktionen
    Berlin

    MEHR AUS STADT BERN

    8 Interaktionen
    Bern
    YB FCZ
    41 Interaktionen
    3:5 gegen FCZ
    1 Interaktionen
    Bern