Über null Grad auf 5000 Metern: die neue Normalität?

    Redaktion
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    Payerne,

    Seit 1954 steigen im Waadtland täglich zwei Ballone in den Himmel. Immer öfters melden sie, dass die Temperatur selbst auf 5000 Metern über null Grad bleibt.

    Dufourspitze Berg Schweiz
    Die Dufourspitze, der höchste Gipfel der Schweiz. - sda - KEYSTONE/OLIVIER MAIRE

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bitte weiter stark sein! Denn es bleibt hitzig.
    • Selbst auf 5000 Metern über Meer ist es über null Grad.
    • Das hat Auswirkungen auf Permafrost und Gletscher.

    Wer Abkühlung will, sollte die Dufourspitze besteigen. Aber selbst auf 4634 Metern über dem Meeresspiegel ist es über null Grad.

    Seit dem Jahr 1954 führt Meteoschweiz in Payerne VD zweimal täglich eine Höhenmessung durch. Oder anders ausgedrückt: eine Radiosondierung der Atmosphäre.

    Der Ballon steigt auf und erreicht nach etwa zwei Stunden eine Höhe von 30 bis 35 Kilometern. Bevor er platzt.

    Payerne Wichtige Messung
    Payerne VD: Wichtige Messung in der Höhe. - Keystone

    Dabei werden Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Windgeschwindigkeit und natürlich die Temperatur gemessen.

    SRF Meteo meldete gestern Abend, dass am Sonntag zum 1. Mal in diesem Jahr die Temperatur auf 5000 Metern über Meer die Null-Grad-Marke geknackt habe.

    Screenshot SRF Meteo
    Die Nullgradgrenze knackte schon mindestens sechsmal die 5'000m-Marke. - Screenshot SRF Meteo

    Daniela Schmuki von Meteoschweiz präzisiert gegenüber Nau.ch: «Die Nullgradgrenze war dieses Jahr schon mal noch höher: Am 28. Juni stieg sie auf 5124,6 Meter. Das ist Platz 5 auf der Rekordskala.»

    Einig sind sich Meteoschweiz und SRF-Meteo darin, dass der Rekordwert der Nullgradgrenze vom 21. August 2023 stammt: 5298 M.ü.M.

    Auswirkungen auf Permafrost und Gletscher

    Auf 5000 Metern über null Grad: «Was früher als absolut undenkbar angeschaut wurde, wird heute fast ein wenig zur Normalität», sagt Meteo-Moderator Thomas Bucheli.

    Screenshot SRF Meteo
    Bucheli: Früher undenkbar, heute normal. - Screenshot SRF Meteo

    Wie schlimm ist das? Schmucki: «Die hohe Nullgradgrenze hat entsprechende Auswirkungen auf Permafrost und Gletscher.»

    Nicht lustig: Hohe Temperaturen, insbesondere wenn sie mehrere Tage anhalten, beschleunigen die Gletscherschmelze. Und wenn der Permafrost auftaut, verliert der Fels seinen Halt.

    Kühler, aber immer noch heiss

    Jetzt wird es kühler, wenn auch nur leicht. «Nun sinkt die Nullgrad-Grenze wieder und kommt am Mittwoch auf etwa 4400 Meter zu liegen», sagt Daniela Schmuki.

    Es ist ein Achterbahn-Sommer: Ein Schweiss-in-Strömen-Juni, dann der Brrr-Juli und nun wieder Hitze pur – wie lange noch?

    Derzeit offenbaren die Wettervoraussichten kein Hitze-Ende. Gut möglich, dass wir auch noch in der kommenden Woche schwitzen.

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    Kommentare

    User #5976 (nicht angemeldet)

    Wir sind gewaltig im Seich. Das Klima kippt und wir müssen uns neu orientieren. Evtl. künstliches Essen erfinden, das als Tablette eingenommen werden kann.

    User #2750 (nicht angemeldet)

    Lernt mal endlich mit dem Klimawandel umzugehen. Menschengemachter Klimawandel, so ein Blödsinn. Der Mensch will immer alles nach seinen Wünschen und Bedürfnisse zurecht biegen. Ich bin nur froh, das der Mensch die Natur nicht bändigen kann. Denn hätten wir schon lang eine Katastrophe.

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