Über 700 mögliche Verletzungen der Russland-Sanktionen

Sina Barnert
Sina Barnert

Bern,

In der Schweiz kommt es immer wieder zu Verstössen gegen die Russland-Sanktionen. Diese betreffen Importe von Saunas – aber auch Exporte von Werkzeugteilen.

Russland Sanktionen
Über 700 Mal wurde in der Schweiz gegen die Russland-Sanktionen verstossen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine wurde Russland von der Schweiz sanktioniert.
  • Dennoch verzeichnet das Seco in der Schweiz rund 700 Sanktionsverstösse.
  • So beispielsweise den Import einer Sauna oder den Export von 150'000-fränkigem Werkzeug.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat seit Beginn des Ukrainekriegs 2022 knapp 700 Verdachtsfälle zu möglichen Sanktionsverstössen registriert.

Bisher seien 77 Verfahren eröffnet und 65 abgeschlossen worden, teilte das Amt auf Anfrage der «Sonntagszeitung» mit. In 26 Fällen seien Bussen ausgesprochen worden, meist wegen fahrlässigem Verhalten, oft aufgedeckt vom Zoll.

Dabei waren die Verstösse unterschiedlicher Natur. Die Strafen reichten von 300 bis 5000 Franken.

Rund zwei Drittel der gemeldeten Fälle beträfen Importe, ein Drittel Exporte. Zwei grössere Verfahren seien an die Bundesanwaltschaft übergeben worden.

4000-Franken-Sauna aus Belarus abgefangen

Wie unterschiedlich die Verstösse sind, zeigt die Zeitung anhand mehrerer Fälle auf. So stoppte der Genfer Zoll 2023 beispielsweise eine 4000-fränkige Sauna. Absender war eine Firma in Belarus.

Das Schweizer Unternehmen, das die Sauna bestellt hatte, ging davon aus, dass der Sauna-Import von den Sanktionen nicht betroffen sei.

Doch: Nebst Russland steht auch Belarus auf der Sanktionsliste. Dies, weil das Land dem Kreml unter Machthaber Lukaschenko partnerschaftlich verbunden ist.

Pech für das Schweizer Unternehmen, das die Sauna bestellt hat. Nebst der Tatsache, dass die Sauna nie beim Besteller ankam und vernichtet wurde, wurden noch 1000 Franken Busse fällig.

Sanktionsverstoss wegen Google

Eine 5000-fränkige Busse kassierte ein Industrieunternehmen. Dies, weil sie eine 150'000-Franken-Lieferung für Ersatzteile und Zubehör für Werkzeugmaschinen nach Russland schicken wollte.

Befürwortest du die Sanktionen gegen Russland?

Kurios: Schuld am versuchten Sanktionsbruch war offenbar Google.

Laut der «Sonntagszeitung» war eine mitarbeitende Person beim Erfragen der Sanktionen auf ein veraltetes Dokument verlinkt worden. Auf diesem sei die Ware noch nicht gelistet gewesen, so das Unternehmen.

Kommentare

User #1392 (nicht angemeldet)

Warum eigentlich immer wieder, wird hier die Schweiz Schlecht gemacht? Wieviel wir da in der EU beschissen ? Und selbst die Ukraine ist kein Weißes Blatt! Das war übrigens schon im Zweiten Weltkrieg so.Sanktionen treffen nur uns ,wir machen unsere Wirtschaft kaputt und somit unsere Arbeit! Und warum weil zwei Länder Krieg führen miteinander, und zum Krieg führen zu können braucht es immer zwei Parteien. Man solle im Krieg gar keiner Kriegspartei helfen, schon gar nicht mit Waffen! Im Krieg leiden nur die welche nie Krieg wollten! Den Reichen geht es immer gut.Siehe Selenskyj Xx Ferien Häuser ,Korrupt, aber er wird noch von der ganzen EU unterstützt mit Milliarden! Warum? Seid ihr Blind? Und für do jemanden ,müssen wir unsere Arbeit riskieren!

User #6538 (nicht angemeldet)

Lächerlich! Wegen dem Plunder ein Fass aufmachen während in Zug die Rohstoffhändler für Milliarden russische Rohstoffe in der ganzen Welt verticken.

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