Trotz Sparplänen: Beim Bund gibt es immer mehr Vollzeitstellen

Belinda Schwenter
Belinda Schwenter

Bern,

Die Anzahl der Bundesangestellten wächst auch im nächsten Jahr. Und dies trotz Sparplänen des Bundesrates. 2026 werden rund 39'500 Vollzeitstellen besetzt.

Bundeshaus
Immer mehr Leute arbeiten beim Bund. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz Sparplänen des Bundes wächst die Anzahl Vollzeitstellen weiter.
  • Waren es 2025 noch rund 39'100 Stellen, so werden es im kommenden Jahr fast 400 mehr sein.
  • Die Verwaltung sei aber nicht per se «verschwenderisch», sagt Professor Kuno Schedler.

Immer wieder spricht der Bund von Sparen. Doch trotz der Sparpläne verrät ein Blick auf den Budgetvorschlag des Bundesrates: Die Anzahl der Vollzeitstellen wird um knapp 400 auf rund 39'500 erhöht.

Die meisten Stellen werden im Verteidigungsdepartement von Martin Pfister geschaffen. Fast zwei Drittel geht an dieses Departement.

Ursprünglich wollte der Bund beim Personal, welches knapp acht Prozent des Budgets ausmacht, sparen. Bis 2028 sollen hier rund 180 Millionen Franken eingespart werden. Dies durch Anpassungen bei Gehältern und Arbeitsbedingungen sowie durch Effizienzsteigerungen und Aufgabenverzichte.

In 19 Jahren von 32'100 auf 39'500 Vollzeitstellen

Insgesamt ist der Personalbestand beim Bund seit 2007 um rund 7400 Vollzeitstellen gewachsen. Gab es vor 18 Jahren noch 32'100 Vollzeitstellen, so sind es im Jahr 2026 39'500.

Ein besonders grosser Anstieg der Anzahl Vollzeitstellen in den letzten Jahren verzeichnet das Bundesamt für Kultur. 2015 gab es nur 83 Vollzeitstellen in diesem Departement. Zehn Jahre später sind es mit 259 Stellen deutlich mehr. Und im Jahr 2026 werden es nochmals drei weitere sein.

Einen prozentual ebenfalls grossen Anstieg gab es im Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann. Von 14 Stellen im Jahr 2015 stieg die Anzahl bis 2025 auf 25.

Verwaltung nicht per se «böse» oder «verschwenderisch»

Gegenüber der «Aargauer Zeitung» betont Kuno Schedler, Professor an der Universität St. Gallen, dass die Verwaltung nicht per se «böse» oder «verschwenderisch» ist. Es sei fast immer die Politik, die der Verwaltung mehr Arbeit aufhalse.

Anders sehen dies die Jungfreisinnigen. Mit einer Initiative wollen sie das aus ihrer Sicht rasante Wachstum der Bundesverwaltung einschränken. Im September wurde daher durch die Jungfreisinnigen die Verwaltungsbremse-Initiative lanciert.

Bist du eine Bundesangestellte oder ein Bundesangestellter?

Schedler sieht dies jedoch skeptisch: «Man kann die Verwaltung nicht über Stellenvorgaben steuern», sagt er zur «Aargauer Zeitung».

Er verweist auf frühere Personalstopps, bei denen letztlich einfach anders verbucht wurde. «Die Verwaltung kann man letztlich nur über einen Budgetdeckel steuern», so Schedler.

Kommentare

User #5647 (nicht angemeldet)

.....für Regierungen ist der gefährlichste Mensch derjenige, der selbstständig denken kann, denn dieser Mensch wird unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass die Regierung betrügerisch, irrational und unerträglich ist.

User #2680 (nicht angemeldet)

Mehr Beamte produzieren mehr Regelungen, welche dann wieder mehr Beamte erfordern. Ein sich selbst vermehrendes System, welches nach immer mehr Steuereinnahmen verlangt und die Wertschöpfenden und Steuerzahlenden Bürger mit immer mehr unnötigen Regelungen und Vorgaben belästigt, entmündigt und in ihrer Freiheit einschränkt.

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