Trotz Hitze: Senioren trinken absichtlich weniger – gefährlich
Hitze hat einen starken Einfluss auf unseren Körper. Wer zu wenig trinkt, riskiert gesundheitliche Probleme. Das betrifft vor allem ältere Menschen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Temperaturen liegen seit Tagen oft über 30, teils über 35 Grad. Da gilt: Viel trinken!
- Besonders ältere Menschen sind gefährdet, da sie sogar manchmal bewusst weniger trinken.
- Die Altersorganisation Pro Senectute verzeichnet dieses Jahr eine Zunahme an Anfragen auf ihrer Hitze-Hotline.
Schon die vierte Hitzewelle dieses Jahr hat die Schweiz voll im Griff. Und die hohen Temperaturen sind nicht nur einfach unangenehm, sie haben auch direkte Folgen für unsere Gesundheit.
Didier Plaschy, Mediensprecher der Berner Inselgruppe, sagt zu Nau.ch: «Die Notfallstationen sind aktuell stark ausgelastet, was teilweise auf die ausgeprägte Hitze zurückgeführt werden kann.»
Besonders ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen oder auch Säuglinge und Kleinkinder seien gefährdet. Die häufigsten hitzebedingten Beschwerden sind laut Plaschy: «Kreislaufprobleme, Dehydrierung, Schwindel und allgemeine Schwäche.»
«Ältere trinken bewusst weniger»
Ein Grund dafür, dass ältere Menschen zur anfälligsten Gruppe gehören sei, dass ihr Durstgefühl oft reduziert ist. Dies bestätigt auch Philipp Schütz vom Kantonspital Aarau.
Und er nennt noch einen weiteren Grund: «Ältere Menschen trinken oft bewusst weniger aus Angst vor Inkontinenz oder nächtlichem Harndrang.» Dabei spielen kognitive Einschränkungen und Probleme in der Mobilität eine Rolle.
Die Betroffenen seien auf Unterstützung angewiesen, sagt Schütz. Es helfe schon, Getränke bereitzustellen und sie ans Trinken zu erinnern.
Denn Dehydrierung, also Austrocknung, sei ein der häufigsten vermeidbaren Ursachen für eine Spitaleinweisung.
Ein zusätzliches Risiko: Laut Schützwerden typische Frühzeichen, wie beispielsweise Müdigkeit, Verwirrtheit oder Schwindel leicht als «Alterserscheinung» fehlinterpretiert.
Hitze-Hotline erhält deutlich mehr Anfragen
Bei Unsicherheit kann unter anderem die Altersorganisation Pro Senectute über ihre Hitze-Hotline erreicht werden. Dort bietet sie telefonische Beratung für Betroffene.
«In diesem Jahr sind die Anfragen deutlich angestiegen», sagt Annette Stöcker von Pro Senectute zu Nau.ch.
Die Hotline sei wegen verschiedenen Anliegen kontaktiert worden, darunter: Verhalten bei Hitze, Kühle Orte, Sorge um Mitmenschen oder auch medizinische Anfragen.
Die Hitze-Hotline werde jedoch nicht von medizinischem Personal betreut und Personen mit medizinischen Anliegen werden an Fachpersonen weiterverwiesen. Laut Stöcker konnten sie aber in 23 Fällen Tipps oder Informationen weitergeben.
Allgemeine Tipps, die die Organisation gibt, sind zum Beispiel: Viel und regelmässig trinken und keine langen Trinkpausen machen. Nasse Waschlappen oder Tücher auf den Körper legen, um ihn zu kühlen oder Füsse in kaltes Wasser stellen.
Aber auch kühlende Speisen zu essen wie Wassermelone, Tomate oder Gurke könne helfen, mit der Hitze klarzukommen.














