Trend-Laden in Zürich verbietet das Anprobieren
Trend-Laden Brandy Melville verbietet das Anprobieren der Kleidung. Und zurückgeben kann man die Ware nur gegen einen Gutschein.

Das Wichtigste in Kürze
- Brandy Melville verbietet das Anprobieren der Kleidung im Geschäft.
- Begründet wird es mit der Gewährleistung der Qualität.
- Kunden sind empört, es sei «eine absolute Frechheit».
Das Kleidergeschäft Brandy Melville ist im Trend, vor allem Teenagerinnen und junge Frauen kaufen dort ihre Kleidung. Doch aktuell steht der Laden in der Kritik. Grund ist eine aussergewöhnliche Praxis.
So ist es im Laden nicht mehr erlaubt, die Kleidung anzuprobieren. Auf einem Schild wird das erklärt: «Um die Qualität unserer Waren zu gewährleisten, ist das Anprobieren von Kleidung nicht erlaubt.»
Ein Vater wendet sich deshalb an das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Gegenüber der Sendung will sich das Unternehmen nicht äussern. Eine Angestellte sagt bloss, dass die Kabinen geschlossen worden seien, weil zu viel geklaut worden sei.
In den Google-Bewertungen wird die Praxis als «kundenunfreundlich und unsinnig» betitelt. «Eine absolute Frechheit», schreibt eine Kundin.
Das Verbot der Kleideranprobe kommt bei Kunden schlecht an. Doch verboten ist es nicht, wie die Swiss Retail Federation gegenüber «Espresso» erklärt.
«Durch Hausrecht kann jeder Ladenbesitzer selbst entscheiden, ob, wie und welche Kleidungsstücke anprobiert werden dürfen», schreibt der Detailhandels-Dachverband. Die Praxis sei aber sehr ungewöhnlich.
Livia Kunz vom Konsumentenschutz kritisiert die Regelung. Es sei «unverständlich und sehr kundenunfreundlich», dass die Kleider im physischen Laden nicht anprobiert werden können.
Umtausch nur gegen Gutschein
Auf Google Maps kritisiert jemand, dass Mädchen und junge Frauen Kleider kaufen müssten, die nicht passten. Und ein Rückgaberecht gebe es auch nicht, wird bemängelt.
Bei Brandy Melville können Kleider zurückgegeben werden. Dafür erhält man aber nicht Geld, sondern bloss einen Gutschein für den Laden.
Hinzu kommt, dass das Geschäft nur eine Einheitsgrösse anbietet. Eine Mutter schreibt auf Google: «Das kann nicht wahr sein, dass man blindlings One-Size-Ware kaufen soll. Und dann direkt zum Kleidermüll beiträgt.»











