Treffen zur Klärung der Zusammenarbeit im Fall Crans-Montana

Keystone-SDA
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Bern,

Im Rahmen der Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana VS hat am Donnerstag in Bern ein Treffen zwischen den Strafverfolgungsbehörden Italiens und des Kantons Wallis stattgefunden. Das Treffen stand unter der Leitung des Bundesamtes für Justiz (BJ) und diente der Klärung der Modalitäten der Zusammenarbeit zwischen den beiden Staatsanwaltschaften.

Crans-Montana
In Bern kam es heute zu einem Treffen zur Klärung der Zusammenarbeit im Fall Crans-Montana. - keystone

Die italienische Delegation traf kurz vor 10 Uhr in der Schweizer Hauptstadt ein, wie ein Videoreporter von Keystone-SDA vor Ort feststellte. Zwei Polizisten begleiteten den Konvoi.

Das Treffen fand am Vormittag in den Räumlichkeiten des Bundesamtes für Justiz (BJ) statt. Neben der Koordinierung der Strafverfahren zwischen den beiden Ländern sollte auch die Möglichkeit der Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe erörtert werden.

Das BJ, das im Vorfeld kontaktiert wurde, erklärte, es handle sich um ein «technisches Treffen zwischen Strafverfolgungsbehörden». Kein Mitglied der Regierung werde daran teilnehmen. Die Leitung des Rechtshilfeverfahrens obliege der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, wurde weiter betont. Diese hat Italien Ende Januar Rechtshilfe in dieser Angelegenheit gewährt.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wird die italienische Delegation vom Generalstaatsanwalt der Republik Rom, Francesco Lo Voi, angeführt, der die Ermittlungen leiten soll. Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud vertritt die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis.

Italien ist von der Brandkatastrophe in Crans-Montana vom 1. Januar mit insgesamt 41 Toten und 115 Verletzten schwer betroffen. Sechs junge Italiener kamen dabei ums Leben, viele weitere wurden verletzt.

Seit dem Drama hat Italien die Vorgehensweise der Schweizer Behörden scharf kritisiert. Das Land hatte am 24. Januar seinen Botschafter zurückgerufen.

Zu den Gründen für den Groll Italiens zählen die Nichtdurchführung von Autopsien der Opfer, die Freilassung des Barbetreibers Jacques Moretti und die fehlende Entschädigung für die Angehörigen der Opfer.

Kommentare

User #3879 (nicht angemeldet)

Ist beim Treffen Laetizia Brodard auch anwesend?

User #5749 (nicht angemeldet)

Seit Crans-Montana sind zahlreiche weitere Katastrophen passiert, teils mit deutlich mehr Opfern. Trotzdem wird CM medial und politisch weiter hochgehalten. Das fällt auf. Historisch gab es auch in Italien schwere Unglücke mit Schweizer Opfern. Nie reisten Schweizer Staatsanwälte dafür nach Italien, nie wurde diplomatischer Druck aufgebaut. Das entsprach dem Territorialprinzip und dem Respekt vor der Justiz des Tatortstaates. Im aktuellen Fall agiert Italien sichtbar politisch. Die Schweiz leistet Rechtshilfe, wie vorgesehen. Monate sind vergangen, die Ermittlungen laufen. Jetzt wäre es sachlich richtig, das Thema ruhen zu lassen. Sonst wird es chronisch – wie Corona.

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