Nach zwei Jahren Pandemie, die Auslandreisen teilweise stark eingeschränkt hat, erwartet ein Tourismus-Experte nun für das Jahr 2022 einen Boom.
Der Tourismus in der Schweiz, namentlich in der Wintersaison, dürfte sich nach Ansicht des St. Galler Professors für Tourismus, Christian Laesser, weiter erholen.
Der Tourismus in der Schweiz, namentlich in der Wintersaison, dürfte sich nach Ansicht des St. Galler Professors für Tourismus, Christian Laesser, weiter erholen. - sda - KEYSTONE/URS FLUEELER

Das Wichtigste in Kürze

  • 2022 werden wohl viel mehr Reisende wieder im Ausland Ferien machen.
  • Dies vermutet ein Tourismus-Experte der Universität St. Gallen.
  • Auch sollen wieder mehr Touristen aus dem europäischen Raum in die Schweiz kommen.

Zwei Jahre lang hat die Corona-Pandemie den Auslandstourismus weitgehend zum Erliegen gebracht. Daher dürfte nun die wiedergewonnene Reisefreiheit zu einer starken Nachfrage nach Ferien im Ausland führen.

Das heisst, dass im laufenden und eventuell auch im kommenden Jahr weniger Schweizer ihre Ferien in der Schweiz verbringen dürften. Dies erklärt Christian Laesser, Professor für Tourismus- und Dienstleistungs-Management an der Universität St. Gallen in einem Interview mit der «Südostschweiz».

Auch wieder mehr Touristen in Schweiz

Touristen aus dem europäischen Raum dürften jedoch wieder zurückkommen und ihre Ferien in der Schweiz verbringen. In der Corona-Pandemie hätten die Städte besonders stark gelitten, da der Geschäftstourismus mehr oder weniger zusammengebrochen sei. Gleiches gelte auch für den Städtetourismus.

Touristen
2019 reisten gegen 4000 chinesische Touristen nach Luzern. - sda - KEYSTONE/URS FLUEELER

Laesser zeigte sich überzeugt, dass sich der Tourismus erholen werde. Reisen sei ein menschliches Bedürfnis. Er gehe davon aus, dass das globale Wachstum im Tourismus nach der Pandemie wieder solide sein dürfte. In vielen Länder hätten die Menschen jedoch erst begonnen zu reisen. Ob das ökologisch nachhaltig sei, stehe dahin.

Preiskämpfe in Tourismus-Branche

Er glaube nicht, dass es im Tourismus zu Preiskämpfen kommen werde. Die engen Margen und wenig gefüllte Kriegskassen sprächen dagegen. Darüber hinaus hätten in der Eurozone, wo die wichtigsten Märkte der Schweiz lägen, die Preise angezogen. Damit werde das latente Problem des starken Schweizer Frankens zusehends kleiner.

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