Toggenburger SG: Halloween «gehört nicht hierher»
Halloween steht vor der Tür. Im Obertoggenburg kauft man keine Süssigkeiten für die Kinder. Das Fest komme aus einer anderen Kultur und brauche man hier nicht.
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Das Wichtigste in Kürze
- Im Obertoggenburg gilt Halloween für viele als fremder Brauch, der nicht hierhergehört.
- Traditionelle Bräuche wie Fasnacht, Alpaufzüge und kirchliche Feiertage sind hingegen stark verankert.
- Einzelne Personen feiern Halloween – allerdings ausserhalb der Region.
«Bald ist Halloween und meine Kinder sind schon immer gerne um die Häuser gezogen, um Süssigkeiten zu sammeln.» Das schreibt eine Mutter auf Facebook in der Gruppe Toggenburg. Sie will wissen, wie in der Region auf diesen Brauch reagiert wird.
Die Antworten sind direkt: «So einen Blödsinn brauchen wir hier oben nicht», heisst es in einem Kommentar.
Die Reaktionen der Community sind eindeutig. Mit dem «Amerikakram» werde die Familie im Obertoggenburg anecken, schreibt eine Userin.
Zum Obertoggenburg gehören die St. Galler Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann, Nesslau und Ebnat-Kappel.
Stattdessen begehe man hier Allerheiligen am 1. November – den katholischen Feiertag, an dem allen Heiligen gedacht wird. Ein weiterer Kommentar schlägt vor, stattdessen «Samhain» zu feiern. Mit dem Brauch feiert man in derselben Nacht wie Halloween den Übergang der Sommer- zur Winterzeit.
Toggenburger lehnen Halloween ab
Nau.ch hat auf der Strasse im Toggenburg Einwohner befragt. Wird hier Halloween gefeiert? Und werden Süssigkeiten für Kinder gekauft?
Die Antworten waren eindeutig: «Das gehört einfach nicht hierher», sagt zum Beispiel Jacob (72).
Auch Annemarie (60) erzählt: «Halloween ist da nicht wirklich ein Thema.» Nur im Dorf gebe es den Brauch vereinzelt unter Schulkindern.
Eine Bar veranstaltet laut Ursina (41) eine Halloween-Party. Ansonsten sei in der Gegend nicht viel los an Halloween.
Traditionen sind wichtig
Es ist nicht so, dass im Toggenburg nicht gefeiert wird. Nur laut den Befragten eben nicht bei Bräuchen, die «nicht von hier» seien. «Wir haben hier die Fasnacht, und das reicht mir», erzählt Cornel (85).
Traditionen wie Alpaufzüge und Alpabzüge seien im Toggenburg dagegen fest verankert. Auch Weihnachten und Ostern seien laut dem örtlichen Pfarrer Tobias Claudy (51) wichtig.
Süssigkeiten würden nicht gekauft. Der Grund sei einfach: «Kinder kamen noch nie klingeln», heisst es.
Und trotzdem: Einzelne Personen bereiten sich auf Halloween vor. Marc (67) findet Halloween «eine coole Sache». Er feiert Halloween jedoch nicht im Toggenburg, sondern in Zürich, wo er noch eine Wohnung besitze.














