Gotteslästerung? Halloween-Schaufenster sorgt in Italien für Streit
Ein Schaufenster mit Halloween-Deko löste in Italien eine Diskussion aus. Dem Inhaber wurde Gotteslästerung vorgeworfen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Halloween-Schaufenster in Campolongo (I) löst eine Kontroverse aus.
- Geschäftsinhaber Mauro Pomarè wehrt sich gegen Blasphemie-Vorwürfe.
- Die Handelskammer und Vertreter der katholischen Kirche stellen sich hinter ihn.
Das herbstlich dekorierte Schaufenster von Mauro Pomarè sorgt in Campolongo di Cadore in der norditalienischen Provinz Belluno für Diskussionen.
Wie die italienische Zeitung «Il Gazzettino» berichtet, hat der Geschäftsinhaber sein Schaufenster mit Kürbissen und Halloween-Dekoration geschmückt. Was für ihn eine saisonale Gestaltung war, löste bei einigen Menschen heftige Kritik aus.
Die Dekoration wurde in Kommentaren als blasphemisch – also Gotteslästerung – und teuflisch bezeichnet. Pomarè reagiert mit einem rund 15-minütigen Video auf Facebook. Darin verteidigt er seine Gestaltung und weist die Anschuldigungen zurück.
«Ich bin katholisch», betont er.
Handelskammerpräsident kritisiert die Kontroverse
Die italienische Zeitung «Il Gazzettino» berichtet von einer Welle der Solidarität mit dem Geschäftsinhaber im 1000-Seelen-Dorf. Zum Beispiel Francesco De Bettin, Präsident der Handelskammer Treviso-Belluno-Dolomiti, stellt sich hinter Pomarè.
In einem Facebook-Kommentar schrieb De Bettin, er kenne Pomarè seit 1990 und betrachte sich als dessen Freund und Bewunderer.
Er unterstütze ihn, weil dieser seine Arbeit mit Ehrlichkeit und Hingabe ausübe. Die Auseinandersetzungen bezeichnete er als «unnötige Polemiken».
Auch der Soziologe Diego Cason äusserte sich in einem Kommentar zur Debatte. Er betonte die Wichtigkeit des lokalen Gewerbes für den Erhalt der Berggemeinden.
Halloween interessiere ihn wenig. Viel wichtiger seien Menschen wie Pomarè, die versuchten, ihre Gemeinschaft zusammenzuhalten.
Sogar katholische Kirche verteidigt Geschäftsführer
Laut «Il Gazzettino» erhält der Geschäftsinhaber auch Unterstützung aus der örtlichen Pfarrei San Giacomo. Lorenzo Coluzzi, ein engagiertes Mitglied der Pfarrei, dankte Pomarè in der Zeitung für seinen Einsatz.
Der Ladenbesitzer bringe Farbe in ein Dorf, das von Tag zu Tag grauer werde. «Für Menschen mit gefestigten Werten sind es nicht die Kürbisse im Schaufenster, die Anlass zur Sorge geben», sagte Coluzzi.
Viel bedenklicher seien der zunehmende Individualismus und der Rückzug ins Private. Auch die Neigung, andere grundlos zu kritisieren, ohne selbst etwas für die Gemeinschaft zu tun, sei problematisch.





















