Toggenburg

    Stararchitekt Zumthor soll «Vision Zwingli» in Wildhaus SG bauen

    Beim Geburtshaus von Huldrych Zwingli in Wildhaus SG soll eine «Vision Zwingli» entstehen: 70 Millionen Franken sollen unter anderem in einen Neubau des Stararchitekten Peter Zumthor fliessen. Für ein weiteres Projekt soll das Geburtshaus um 50 Meter verschoben werden.

    Im Zürcher Grossmünster stellte die Stiftung Vision Zwingli einen Neubau in Wildhaus SG vor. Ein 70-Millionen-Bau soll das Geburtshaus Zwinglis ergänzen.
    Im Zürcher Grossmünster stellte die Stiftung Vision Zwingli einen Neubau in Wildhaus SG vor. Ein 70-Millionen-Bau soll das Geburtshaus Zwinglis ergänzen. - KEYSTONE/MICHAEL SCHMID

    Was ist die «Vision Zwingli»?

    In Wildhaus ist eine «Demokratie-Ellipse» geplant. Zwei Themenwege verbinden das Geburtshaus mit einem Zumthor-Bau, der beim Dorfplatz entstehen soll.

    Neben Zwinglis Geburtshaus ist zudem ein Neubau geplant, entworfen von den Architekten Allen+Crippa. Dafür soll das Geburtshaus aus dem 15. Jahrhundert um 50 Meter verschoben werden.

    Themen der Vision sind Diakonie und Demokratie. Nicht weniger als «ein Kultur-, Begegnungs- und Bildungsort von nationaler und internationaler Ausstrahlung» soll entstehen.

    Hinter der Stiftung Visison Zwingli stehen die Reformierte Kirche St. Gallen, Toggenburg Tourismus und die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann.

    Was plant der Stararchitekt?

    Konkrete Pläne sind noch nicht öffentlich bekannt. Wie Stiftungsratspräsident Martin Schmidt am Donnerstag vor den Medien im Grossmünster sagte, ist man in engem Austausch. Zumthor habe erste Projektskizzen angefertigt, wolle aber der Öffentlichkeit seine Pläne erst präsentieren, wenn sie reif seien. Die Rede ist derzeit von einem Holzbau, der Platz für 300 Personen bieten soll.

    Wie kam die Stiftung auf Zumthor?

    Auf Zumthor kam die Stiftung durch persönliche Kontakte. Peter Roth, Initiant der Klangwelt Toggenburg, ist ein Freund des Architekten. Wie Roth an der Medienkonferenz sagte, soll im Neubau unter anderem eine Orgel stehen.

    Zwingli liess die Orgeln noch aus den Kirchen entfernen, «Teufels Dudelsack» nannte er sie. Musik hatte seiner Ansicht nach nichts in Kirchen verloren. Auch Gesang, Diskussionen oder Tanz soll es im neuen Haus geben.

    Wer bezahlt die Vision?

    Grösstenteils sollen Private für die Kosten aufkommen. «Viele Gespräche» habe er seit einem Jahr geführt, sagte Christoph Sigrist, ehemaliger Grossmünster-Pfarrer, am Donnerstag.

    «Alle werden hellwach beim Thema Demokratie», sagte er. Auch mit dem Bund und den Kantonen St. Gallen und Zürich führt die Stiftung Gespräche.

    Wie setzen sich die Kosten zusammen?

    Derzeit rechnet die Stiftung mit Baukosten von 40 bis 60 Millionen Franken. Weitere 15 Millionen dürfte ein Betriebs- und Substanzerhaltungsfonds kosten.

    Was erwartet das Toggenburg vom Bau?

    50'000 Besucherinnen und Besucher sowie 20'000 zusätzliche Logiernächte soll die «Toggenburger Demokratie-Ellipse» bringen. Derzeit rechnet die Stiftung mit einem touristischen Umsatz von 7,4 Millionen Franken.

    Bruno Fläcklin, Präsident von Toggenburg Tourismus, verwies auf den «Resonanztourismus». Das Toggenburg setze auf Natur, Klang und Kultur. «Wir gehen von einer internationalen Ausstrahlung aus», sagte er. Unter anderem wegen des Baus eines Stararchitekten.

    Der Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt-St. Johann, Thomas Diezig, sprach von einer Aufbruchstimmung. Es sei keine Selbstverständlichkeit, einen weltbekannten Architekten für ein solches Projekt zu gewinnen. «Wir wollen die Chance nutzen, aber gleichzeitig mit beiden Füssen auf dem Boden stehen.»

    Was sagen die Kirchenvertreter?

    Feuer und Flamme für das Projekt war am Donnerstag vor allem Christoph Sigrist. Schon plante er eine Kopftuchdebatte im Zumthor-Bau. Alle heissen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sollen erschlossen werden und zwar so, «dass wir ein hörendes Herz für die Gegenargumente haben.»

    Die «fremden Fötzel» aus Zürich sollen einen Platz am Toggenburger Stammtisch erhalten. «Tut um Gottes Willen etwas Tapferes! Lebt Demokratie», sagte Sigrist in Anlehnung an Zwinglis Zitat.

    Wie geht es jetzt weiter?

    Geplanter Baustart ist 2028, eröffnet wird der Bau voraussichtlich 2030. Das seien aber noch Planungsziele.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Moretti
    145 Interaktionen
    «Schmerz»
    plakat zürich
    76 Interaktionen
    «Ohlala»-Plakat

    MEHR AUS TOGGENBURG

    Baum ansägen gefällt
    7 Interaktionen
    Wie bitte?
    Bütschwil SG
    Bütschwil SG
    Lichtensteig SG
    Lichtensteig SG
    Lichtensteig SG
    Lichtensteig SG