Thun überrascht mit Stern-Bodenmarkierungen – das steckt dahinter
In Thun «funkelt» es neuerdings auf der Strasse: Sterne zieren die neuen Velostrassen. Dahinter steckt allerdings mehr als ein bisschen Dekoration.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf den neuen Thuner Velostrassen sind auffällige Stern-Markierungen zu sehen.
- Zufallsmotiv? Nein. Sie orientieren sich am siebenzackigen Stern aus dem Thuner Wappen.
- Ein reines Deko-Element sind die Sterne aber nicht – sie sollen auch zur Sicherheit beitragen.
Nanu, in Thun gibt es plötzlich Sterne auf der Strasse zu sehen. Und das nicht zu knapp: Auf Bildern des BärnerBär sind mehrere unterschiedlich grosse Sterne zu erkennen.
Kinder, die sich mit Kreide auf der Strasse ausgetobt haben, waren nicht am Werk. Es handelt sich um fixe Bodenmarkierungen, wie man sie aus dem Strassenverkehr kennt.
Die Bilder stammen von der Länggasse und der Uttigenstrasse. Dort sind kürzlich die beiden ersten Thuner Velostrassen entstanden – der Startschuss zur Thuner Velo-Offensive. Insgesamt sollen in Zusammenhang mit der Umsetzung der Thuner Velo-Initiative künftig rund 14 Kilometer Velostrassen entstehen.

Die Stern-Markierungen kommen dabei nicht allein daher. Anfang und Ende der Velostrassen sind mit einer entsprechenden Bodenmarkierung gekennzeichnet. Entlang der Strecke verdeutlichen grosse Velo-Piktogramme sowie rote Randmarkierungen den Verlauf der Velostrasse.
«Diese machen auf die erhöhte Präsenz von Velofahrenden aufmerksam», schreibt die Stadt Thun in einer Mitteilung. Was logisch ist. Doch für was sind die Sterne?
Die Stadt Thun klärt gegenüber dem BärnerBär auf – und überrascht dabei mit Kreativität: «Die Sterne entsprechen mit ihren sieben Zacken und ihren Proportionen dem Stern aus dem Thuner Wappen.»
Ein reines Deko-Element sind die Sterne aber nicht. Es handle sich um eine «farbliche Gestaltung von Strassenoberflächen». Die Ausführungsbestimmungen zu solchen Markierungen seien in der Schweizer Strassenverkehrsnorm verankert.
Und auch eine klare Funktion erhofft sich die Stadt Thun davon: «Das Stern-Muster bezweckt, besondere Strassenabschnitte hervorzuheben. Die Verkehrsteilnehmenden sollen subtil für die in diesen Abschnitten vermehrt stattfindenden Interaktionen sensibilisiert werden.»
Man erhoffe sich dadurch eine bessere gegenseitige Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmenden und angepasste Fahrgeschwindigkeiten.

Ob der Startschuss zur Thuner Velo-Offensive gelang, wird sich im Sommer 2027 zeigen. Dann folgt eine Wirkungsanalyse.
«Die gewonnenen Erkenntnisse bilden dann die Grundlage für Empfehlungen zum weiteren Ausbau von Velostrassen in Thun», heisst es in einer Mitteilung. «Die Kosten belaufen sich auf rund 270'000 Franken.»
Velostrassen ermöglichen dem Veloverkehr auf wichtigen Quartier- und Quartierverbindungsstrassen ein flüssiges und sicheres Vorankommen. Der Veloverkehr erhält auf der Velostrasse einen höheren Stellenwert, während sich der motorisierte Individualverkehr als «Gast» im Strassenraum bewegt.
Auch in der Stadt Bern sind solche Velostrassen bereits vorhanden – allerdings ohne zusätzliche, kreative Bodenmarkierungen.
Schade eigentlich. Denn wenn man das Thuner Beispiel sieht, würde sich eines auf dem Berner Strassenboden doch geradezu anbieten: Bären.








