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    Ende für Velostrasse in Wil SG – «eine Steuergelder-Verschwendung»

    Linda Bachmann
    Linda Bachmann

    Wil,

    Das umstrittene Pilotprojekt «Velostrasse» in Wil SG ist gescheitert. Nun werden die verkehrsberuhigenden Massnahmen zurückgebaut.

    Stefan Frick kritisiert, dass die Stadt keine Alternativen getestet hat.
    Stefan Frick kritisiert, dass die Stadt Wil keine Alternativen getestet hat. - le

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die verkehrsberuhigenden Massnahmen auf der Wilenstrasse in Wil SG werden zurückgebaut.
    • Der Wiler Stadtrat zieht ein Fazit zum gescheiterten Pilotprojekt «Velostrasse».
    • Kritiker Stefan Frick ärgert sich erneut über das Vorgehen der Stadt.

    Ein Projekt, das in Wil SG nur wenige Freunde hatte: Für die Velostrasse im Wiler Südquartier hagelte es seit deren Umsetzung im September 2025 Kritik. Die Massnahmen zur Verkehrsberuhigung sorgten bei Auto- sowie Velofahrern für Skepsis.

    Nach einem Jahr beendet der Stadtrat nun den befristeten Pilotversuch «Velostrasse Wilenstrasse». In den kommenden Tagen werden die Massnahmen zurückgebaut und der ursprüngliche Zustand der Wilenstrasse wiederhergestellt.

    Wunsch nach Alternativen

    «Das ist eine verpasste Chance und eine Verschwendung von Steuergeldern», schreibt Stefan Frick in einem LinkedIn-Beitrag. Der Anwohner und Gewerbevertreter gehörte zu den lautesten Kritikern des Pilotprojekts.

    Wilenstrasse
    Für die Velostrasse im Wiler Südquartier hagelte es seit deren Umsetzung im September 2025 Kritik. - zVg

    Er monierte unter anderem das entstehende Sicherheitsrisiko sowie den entstehenden Unterhaltsaufwand durch beschädigte Poller. Die Platzierung der verkehrsberuhigenden Elemente hätte zudem negative Auswirkungen auf den Verkehrsfluss, sowie auf Lärm- und CO₂-Emissionen.

    Seiner Meinung nach hätte das Projekt innerhalb der Pilotphase angepasst werden müssen. «Das Parlament hat eine dringliche Interpellation eingereicht, trotzdem wurde kein Zwischenfazit gezogen», so Frick. «Leider hat die Stadt Wil es verpasst, während des Versuchs alternative Varianten zu testen. Somit bleibt nur die Verschwendung von Steuergeldern zurück.»

    Die Stadt Wil betont, sie habe bereits in der Planungsphase Massnahmen-varianten erarbeitet und geprüft.

    Nicht grundsätzlich Gegner

    Stefan Frick versichert, kein grundsätzlicher Gegner von velofreundlichen Strassen zu sein. Nur hätte er sich alternative Umsetzungsmöglichkeiten gewünscht.

    «Es gibt klare Vorgaben, die das Astra macht, und entsprechende Empfehlungen im Velohandbuch.» Es seien bereits Versuche in verschiedenen Städten durchgeführt und ausgewertet worden. Entsprechend könne man davon ausgehen, dass diese Erkenntnisse zeigen, was am besten funktioniere.

    64 Meldungen aus Bevölkerung

    Der Auftrag für das Pilotprojekt in Wil ging auf ein erheblich erklärtes Postulat im Stadtparlament zurück. Ziel des Projekts war es gemäss der Stadt, Erfahrungen mit einer Velostrasse zu sammeln und deren Wirkung auf Geschwindigkeiten, Verkehrssicherheit und Verkehrsabläufe zu überprüfen.

    Die bisherigen Auswertungen der Pilotphase liefern ein durchzogenes Bild: «Die Messungen zeigten mehrheitlich ein tolerierbares Geschwindigkeitsniveau. Allerdings wurden die Ergebnisse durch Bauarbeiten im Umfeld, insbesondere auf der Glärnischstrasse, beeinflusst. Diese führten zeitweise zu zusätzlichem Verkehr, Begegnungssituationen und Wartezeiten bei den Horizontalversätzen», heisst es in einer Mitteilung.

    In die Beurteilung sind auch 64 Rückmeldungen aus der Bevölkerung eingeflossen.

    Wilenstrasse
    Der Bus hat an bestimmten Stellen nur knapp Platz. - lin

    «Insgesamt sind die Rückmeldungen tendenziell negativ und die Neugestaltung wurde von den Verkehrsteilnehmenden zu wenig positiv aufgenommen, als dass sich eine definitive Einführung begründen liesse», schreibt die Stadt.

    Verlängerung verworfen

    Eine Verlängerung des Versuchsbetriebs mit Anpassungen an der Gestaltung sei geprüft, aber verworfen worden. Konkret wäre laut den Verantwortlichen der Stadt die Zahl der Horizontalversätze reduziert worden. Das Vortrittsregime und die farblichen Gestaltungselemente wären beibehalten worden.

    Was hältst du von Velostrassen?

    Da die Rückmeldungen keine ausreichende Grundlage für eine definitive Einführung oder eine Verlängerung des Versuchs ergaben, werden nun alle zusätzlichen Signalisationsmassnahmen wieder zurückgebaut. Die Rückbau- und Wiederherstellungsarbeiten werden voraussichtlich in der ersten Septemberhälfte ausgeführt.

    Da die Wilenstrasse bereits vor der Einführung der Velostrasse als Tempo-30-Zone gestaltet war, bleiben einzelne verkehrsberuhigende Massnahmen erhalten. Nach der Wiederherstellung gilt zudem wieder Rechtsvortritt.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.

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    Kommentare

    User #5216 (nicht angemeldet)

    das Gejammer ist halt Schweiz

    User #5831 (nicht angemeldet)

    überall werden solche Pfosten verbaut, heisst man kann nicht mehr kreuzen, es bilden sich Staus, Stoppen/Anfahren macht mehr Lärm, mehr Abgase, und trotzdem werden noch mehr davon gebaut. Sieht für mich aus wie in Deutschland, eine Grüne bauen dieses Blödsinn, sogar die Anwohner die davon profitieren sollten - ärgern sich. Für wen ist das also? Den Ego des Angestellten?

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