Telefonbetrüger gab sich als Polizist aus – Seniorin zu schlau!
Ob Enkeltrick, Schockanruf oder falsche Polizisten: Telefonbetrüger greifen immer wieder zu skrupellosen Tricks. Zwei Zürcher Fälle zeigen, wie sie vorgehen.

Das Wichtigste in Kürze
- In Zürich kam es kürzlich wieder zu zwei Fällen von versuchtem Telefonbetrug.
- Eine 68-Jährige geriet ins Visier von Betrügern. Die Frau durchschaute das Spiel jedoch.
- Mithilfe einer Nachbarin entging auch eine 82-Jährige der Masche.
- Die Stadtpolizei Zürich betont, dass sie über das Telefon niemals Geld fordern würde.
Telefonbetrug ist kein neues Phänomen, dennoch bleibt Aufklärung wichtig. Denn jüngst gerieten erneut zwei Zürcherinnen ins Visier solcher Kriminellen, konnten den Schwindel aber rechtzeitig abwenden. Im Kreis 7 versuchten zwei Männer, eine 68-Jährige abzuzocken.
Einer gab sich als Bankmitarbeiter, der andere als Polizist aus. Sie behaupteten, bei der Bank der Frau seien verdächtige Zahlungsaufträge festgestellt worden. Zudem könnte ihr Erspartes Falschgeld sein.
Die Seniorin solle deshalb mehrere Tausend Franken abheben und dem falschen Polizisten übergeben. Doch die Schweizerin durchschaute den Schwindel und informierte ihre Bank, die wiederum die Polizei einschaltete.

Diese verhaftete den Geldabholer, einen 22-jährigen Spanier. Kurz zuvor war eine 82-jährige Frau im Kreis 9 telefonisch derart bedrängt worden, dass sie sich nicht einmal mehr an die Geschichte der Betrüger erinnern konnte. Sie sollte 50’000 Franken einem Abholer übergeben.
Mit der Hilfe einer Nachbarin kontaktierte sie die Polizei. Auch hier konnte die Gaunerin, eine 18-jährige Ukrainerin, festgenommen werden.
Misstrauisch sein
Telefonbetrüger greifen zu verschiedensten Maschen. Am bekanntesten ist der Enkeltrick: Der Anrufer gibt sich als Enkel aus, der sich in einer Notlage befinde und dringend Geld benötige. Ein Bekannter werde es abholen.
Beim sogenannten Schockanruf wird den Angerufenen regelrecht ins Ohr gebrüllt, eine ihm nahestehende Person sei in einen schweren Unfall verwickelt und benötige sofort Geld.
Verbreitet ist auch die Masche mit falschen Polizisten oder Bankmitarbeitern, die vor angeblichen Betrugsfällen warnen und ihre Opfer dazu bringen wollen, Geld abzuheben und einem Kurier zu geben. Dann gibt es noch falsche IT-Support-Mitarbeiter, die vor angeblichen Viren warnen und versuchen, Fernzugriff auf den Computer zu erhalten.
So können sie an private Daten gelangen, etwa beim Einloggen ins E-Banking. Unabhängig von der Masche rät die Stadtpolizei, verdächtige Anrufe umgehend über die Notrufnummer 117 zu melden. Die Polizei würde niemals telefonisch Geld fordern.
Generell sollten weder Bargeld noch Wertgegenstände an unbekannte Personen übergeben werden. Ebenso wenig sollten Geld, Schmuck oder andere Wertsachen an einem vorgegebenen Ort deponiert werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.








