Explosion im Kraftwerk Ritom: Zwei Arbeiter verstorben
Am Mittwochmorgen gab es eine Explosion im Bereich des Wasserkraftwerks Ritom in Piotta TI, im Val Leventina. Ein Teil des Bauwerks sei eingestürzt.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Mittwochmorgen kam es im Wasserkraftwerk Ritom in Piotta TI zu einer Explosion.
- Ein Teil des Bauwerks sei eingestürzt.
- Die Tessiner Kantonspolizei bestätigt einen Einsatz.
Eine Explosion im alten Wasserkraftwerk Ritom bei Piotta TI hat am Mittwoch zwei Arbeitern das Leben gekostet. Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung des Unfallhergangs eingeleitet.
Kurz nach 9.30 Uhr sei der Notfallzentrale ein Brand im Innern der alten Wasserkraftzentrale Ritom in Piotta gemeldet worden, teilte die Tessiner Kantonspolizei mit. Zum Zeitpunkt des Geschehens seien dort zwei Arbeiter beschäftigt gewesen.

Aus noch ungeklärten Gründen sei es zu einer Explosion gekommen, welche die beiden in der alten Zentrale beschäftigten Arbeiter erfasst habe, hielt die Tessiner Kantonspolizei weiter fest. Bei einem der beiden handle es sich um einen 55-jährigen Schweizer mit Wohnsitz im Raum Lugano. Bei der zweiten Person sei derzeit noch die formelle Identifizierung im Gange. Beiden seien in der Folge ihren schweren Verletzungen erlegen.
Grosseinsatz mit Feuerwehr
Neben den Einsatzkräften der Tessiner Kantonspolizei seien Angehörige der Feuerwehr Biasca, Alta Leventina und Bellinzona sowie die Rettungsdienste Tre Valli Soccorso und die Rega im Einsatz gestanden.
Der Vorfall habe auch erheblichen Sachschaden an der Struktur verursacht, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Die Ursachen und der genaue Hergang des Geschehens seien Gegenstand von Ermittlungen. Zur psychologischen Unterstützung der Betroffenen sei das Care Team angefordert worden.

Die SBB, als Eigentümerin des Kraftwerks, und die Azienda Elettrica Ticinese (AET) trauern um die beiden Todesopfer, wie sie in einer gemeinsamen Medienmitteilung festhalten. Bei den Todesopfern handelt es sich laut der Mitteilung um AET-Angestellte.
Die SBB und die AET stünden mit den zuständigen Behörden in engem Kontakt. Beide Unternehmen würden das Ereignis sorgfältig aufarbeiten, um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, und daraus die notwendigen Lehren zu ziehen, heisst es weiter.
Auch die Tessiner Regierung sprach im Namen der gesamten Tessiner Bevölkerung den Familien der Verstorbenen ihr Beileid, ihre Anteilnahme und ihre Solidarität aus.
Strom für die Gotthardlinie
Das Wasserkraftwerk Ritom oberhalb von Piotta versorgt die Gotthardlinie mit Strom. Das 1917 erbaute Kraftwerk leitet das Wasser des Ritomsees durch einen 1030 Meter langen Umleitungsstollen zum Wasserschloss und dort in die Druckleitungen, wie es auf der Internetseite des Kraftwerks heisst.
Damit werde der Höhenunterschied des Wildbachs Foss zwischen dem fast 50 Millionen Kubikmeter Wasser fassenden Ritomsee und dem Tessin genutzt. Ein neues, sich im Bau befindendes Wasserkraftwerk soll 2027 in Betrieb genommen werden.
Das Projekt für das künftige Ritom-Kraftwerk sei aus der Grundsatzvereinbarung hervorgegangen, welche die SBB, der Kanton Tessin und die AET im Jahr 2010 unterzeichnet hätten heisst es auf der Internetseite des Kraftwerks weiter. An der Ritom SA sind die SBB zu 75 Prozent und der Kanton Tessin zu 25 Prozent beteiligt.
Wie die SBB auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA festhielten, seien in der alten Wasserkraftzentrale in der Regel zwischen drei und fünf Arbeiter beschäftigt. Auf der Baustelle der neuen Wasserkraftzentrale, welche 2027 fertig sein soll, befänden sich derzeit rund 20 Arbeiter.
















