Gemäss der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz mangelt es auf Snus-Verpackungen an Gesundheitswarnhinweisen.
Snus Verbot
Snus. (Symbolbild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tabakprävention fordert, dass entsprechen Produkte aus den Regalen entfernt werden.
  • Zudem soll der Bund Sanktionen gegen die Hersteller und Händler verhängt werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT Schweiz) kritisiert mangelhafte Gesundheitswarnhinweise auf Snus-Verpackungen. Sie fordert vom Bund, dass solche Tabakprodukte aus den Verkaufsregalen entfernt und Sanktionen gegen die Hersteller und Händler verhängt werden.

Gemäss der geltenden Tabakverordnung müssten Gesundheitswarnungen auf dem sichtbarsten Teil der Verpackung, das heisst der Vorderseite, angebracht werden, schreibt die AT Schweiz am Donnerstag in einer Medienmitteilung. Der Warnhinweis müsse zudem 35 Prozent der Fläche einnehmen. Die Vermarkter von Snus verstiessen mit ihren Verpackungen systematisch gegen die Tabakverordnung. Meist befinde sich der Warnhinweis auf der Rückseite der Schachteln und sei viel zu klein, moniert die Organisation.

«Ein Augenschein in diversen Verkaufsstellen in den vergangenen Tagen hat gezeigt, dass 10 von 10 Verpackungen ungenügend sind», sagte Wolfgang Kweitel, Kommunikationsverantwortlicher der AT Schweiz, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Die Organisation verlangt ein Einschreiten der Bundesbehörden, weil die Tabakverordnung missachtet werde.

Verkauf seit 2019 wieder erlaubt

Snus sind Tabakprodukte zum oralen Konsum. Deren Verkauf wurde 1995 in der Schweiz verboten. 2019 entschied das Bundesgericht, dass eine gesetzliche Grundlage für ein solches Verbot fehle. Seither ist der Verkauf in der Schweiz wieder erlaubt. In der EU, ausser in Schweden, ist der Verkauf seit 1992 verboten. Snus wird in runden Schachteln verkauft. Man findet das Produkt in den Geschäften üblicherweise gleich neben den Zigaretten.

Nach Ansicht des Bundesamtes für Gesundheit BAG bergen Snusprodukte Gesundheitsrisiken. Snus mache schnell abhängig, erhöhe das Risiko für Speiseröhrenkrebs und steigere das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die AT Schweiz kritisiert auch die Verpackung von sogenannten Nikotinbeuteln. Diese sähen wie Snus aus, enthielten aber keinen Tabak. Die Verpackungen beider Produkte seien häufig faktisch identisch und kaum erkennbar. Auch Nikotinbeutel bergen Gesundheitsrisiken.

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