St. Gallen: Busse und Züge voll – trotzdem wird ÖV ausgedünnt
Der öffentliche Verkehr in der Region wird so stark genutzt wie noch nie. Trotzdem bringt der neue Fahrplan nur wenige Verbesserungen und mehrere Abstriche.

Obwohl der öffentliche Verkehr in der Region so stark genutzt wird wie noch nie, bringt der neue Fahrplan nur wenige Verdichtungen. Gleichzeitig wird das Angebot an verschiedenen Stellen weiter ausgedünnt. Auch geplante Ausbauvorhaben werden hinausgeschoben.
Grund dafür sind Sparmassnahmen der öffentlichen Hand. Die S-Bahn Weinfelden-St. Gallen-St. Margrethen wird als S3 bis nach Bregenz verlängert.
Sie verkehrt stündlich zwischen St. Margrethen und Bregenz und ergänzt die bestehenden nationalen und internationalen Angebote.
Zwischen St. Margrethen und Bregenz fahren die S-Bahn-Züge neu auch an Sonntagen im Halbstundentakt. Aufgrund der Sparanstrengungen wurde das Angebot «Frühanbindung Zürich-Flughafen» zurückgestellt.
Abstriche auch bei den Bussen
Mit dem Wegzug des Kinderspitals wird die Haltestelle St. Gallen Grossacker von den Regionalbuslinien nicht mehr bedient. Die Feinerschliessung übernimmt der Stadtbus der VBSG. Auch bei der Linie 151 gibt es eine Änderung.

Die Busse fahren in Richtung St. Gallen vorerst nicht mehr via Bahnhof Winkeln. Die Schlaufe habe kaum eine Nachfragewirkung gezeigt, gleichzeitig aber zusätzliche Mehrkilometer verursacht.
Mit dem Bau eines neuen Bushofs soll die Linie 151 wieder in beiden Richtungen über den Bahnhof Winkeln geführt werden.
Nicht mehr bis Schuppis Nord
Die Linie 9 der VBSG verkehrt neu von Montag bis Freitag tagsüber im 15-Minuten-Takt. Die Busse fahren dabei nur noch bis Neudorf/Rorschacherstrasse und nicht mehr bis Schuppis Nord.
Zwischen dem Bahnhof und der Universität werden am Morgen während der Vorlesungszeiten zusätzliche Verdichtungskurse angeboten. Damit wird auf den 7,5-Minuten-Takt verdichtet, um die hohen Nachfragespitzen zur Universität abzudecken.
In Prüfung befindet sich zudem eine neue Buslinie im Halbstundentakt zwischen Gossau und dem Bahnhof Winkeln. Sie wurde im Rahmen der Gebietsentwicklung im Areal West-Gossau-Ost vorgeschlagen.
Die Machbarkeit neuer Bushaltestellen wurde bereits untersucht. Ob die neue Verbindung umgesetzt werden kann, hängt von der Verfügbarkeit der notwendigen Finanzmittel des Kantons so wie der Städte Gossau und St. Gallen ab.
Wolken am ÖV-Himmel
Im neuesten Bericht zum öffentlichen Verkehr weist Regierungsrat Beat Tinner auf Schwierigkeiten bei den weiteren Ausbauten hin. Die Bahnplanungen des Bundes kämen wegen gestiegener Kosten und zunehmend komplizierter Verfahren ins Stocken.
Der Bund wolle deshalb Projekte zurückstellen oder ganz streichen. Das Bundesparlament entscheidet bis Herbst 2027 über das weitere Vorgehen.
Gleichzeitig verlangen laut Tinner auch die kantonalen Finanzen einen gezielteren Einsatz der verfügbaren Mittel. Bereits angekündigte Ausbauten müssten deshalb zurückgestellt werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.








