Kanton St. Gallen meldet Rekord-Nutzung des öffentlichen Verkehrs

Noch nie haben so viele Personen den öffentlichen Verkehr im Kanton St. Gallen benutzt wie letztes Jahr. Das zeigt ein neuer Bericht. Wegen der angespannten Finanzlage wird das Angebot künftig allerdings nur noch gezielt ausgebaut.

Im Kanton St. Gallen stiegen jeden Tag knapp 220'000 Personen in einen Zug ein oder aus. Im Bild ist der Bahnhof St. Gallen. (Archivbild)
Im Kanton St. Gallen stiegen jeden Tag knapp 220'000 Personen in einen Zug ein oder aus. Im Bild ist der Bahnhof St. Gallen. - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

«Im vergangenen Jahr stiegen täglich knapp 220'000 Personen an einem St. Galler Bahnhof in einen Zug ein oder aus einem Zug aus», schreibt der Kanton am Donnerstag in einer Mitteilung. Das sei ein neuer Rekord. Mit 93 Millionen Fahrgästen im Jahr 2025 im bestellten öffentlichen Verkehr sei ebenfalls ein neuer Spitzenwert erreicht worden.

Der Kanton verweist dabei auf den neuen Bericht zum öffentlichen Verkehr des Volkswirtschaftsdepartements. Dieser enthält aktuelle Kennzahlen, informiert über laufende Projekte und gibt einen Überblick über die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs im Kanton.

Grösstes Vorhaben im Rheintal umgesetzt

Das Angebot im Fern-, Regional- und Ortsverkehr sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt worden, heisst es weiter. Das grösste Ausbauvorhaben wurde demnach im Rheintal umgesetzt. Seit 2025 verkehren hier die Inter-Regio-Züge zwischen Sargans und St. Gallen im Halbstundentakt. Das Busnetz sei auf die neuen Fahrpläne abgestimmt und «gezielt ausgebaut» worden.

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Die Inter-Regio-Züge gehörten zum Fernverkehr und seien deshalb nicht Bestandteil der Statistik zum bestellten öffentlichen Verkehr, führt der Kanton aus. Die «tatsächliche Nachfrageentwicklung im Kanton» sei damit noch höher. Der durchschnittliche Kostendeckungsgrad der Angebote habe bei über 60 Prozent stabil gehalten werden können.

Einzelne Ankündigungen werden nicht umgesetzt

Gemäss Mitteilung wird aufgrund der angespannten Finanzlage von Bund, Kanton und Gemeinden das Angebot im öffentlichen Verkehr in den kommenden Jahren «nur gezielt weiterentwickelt». So sollen im Dezember 2026 bereits bestehende S-Bahnen zu einer direkten S-Bahn-Linie zwischen Weinfelden, St. Gallen und Bregenz verknüpft werden. Ausserdem sind Massnahmen zur Stabilisierung der Buslinie 300 zwischen Altstätten und Buchs sowie Angebotsoptimierungen im Busnetz der Stadt St. Gallen geplant.

Verzichtet werde hingegen vorerst – entgegen der Ankündigung im Fahrplanentwurf 2027 – auf das neue Nachtnetz Zürichsee-Linth, die Anpassung des Ortsbusses in Bad Ragaz sowie eine zusätzliche Frühverbindung aus dem Kanton St. Gallen an den Flughafen Zürich.

Weiter schreibt der Kanton, verschiedene Projekte bereiteten den «öffentlichen Verkehr im Kanton auf die Zukunft vor». Mit dem Projekt «Seamless Travel» etwa werde das grenzüberschreitende Reisen künftig mit einer einzigen App möglich und das Ticketlösen entfalle. Das Projekt «AmiGo» verbinde «automatisiertes Fahren mit On-Demand-Mobilität». Dieses wird derzeit im Rheintal getestet.

Kommentare

User #4229 (nicht angemeldet)

1880 hätten gar nicht so viele die Bahn benutzen können. Soviel aus meine Studie.

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