Sozialdienst Trachselwald BE: Gesamter Verbandsrat schmeisst hin!
Beim Sozialdienst Region Trachselwald im Kanton Bern brodelt es. Hohe Fluktuation und Kosten sorgen für Unmut. Jetzt ist der gesamte Verbandsrat zurückgetreten.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Verbandsrat des Sozialdienstes Region Trachselwald ist am Freitag zurückgetreten.
- Zwischen dem Rat und den Gemeinden gibt es Differenzen.
- Streitpunkt ist unter anderem das Geld. Auch hohe Fluktuation sorgt für Probleme.
- Ein Gemeindepräsident beschwichtigt und spricht von einem Missverständnis.
Dem Sozialdienst Region Trachselwald sind 13 Berner Gemeinden angeschlossen. Am Freitag kam es zum grossen Knall.
Der gesamte Verbandsrat, bestehend aus sieben Mitgliedern, trat geschlossen per sofort zurück. Neben hoher Fluktuation aufgrund von Kündigungen ist das liebe Geld ein Hintergrund für diesen Schritt. Somit steht der Sozialdienst nun ohne eigene Leitung da.
Dieser sollte vonseiten der Gemeinden aufgrund der Probleme neu organisiert werden. Der Verbandsrat wollte miteinbezogen werden und wünschte daher einen runden Tisch mit dem Regierungsstatthalter. Dies hätten die Gemeinden jedoch abgelehnt.
Bloss ein Missverständnis?
Die nun ehemalige Verbandratspräsidentin Therese Löffel sagt dazu bei «TeleBärn»: «Darum ist für uns ganz klar gewesen, wir haben nur noch die Möglichkeit, mit einem kollektiven Rücktritt zu reagieren.» Sie ist davon überzeugt, die Gemeinden hätten nicht die Absicht gehabt, den Verbandsrat zu involvieren.
Der Gemeindepräsident von Huttwil ist über den Vorgang etwas irritiert. Mitte Februar habe man den Verbandsrat über die Pläne informiert. Dieser habe dann eine Rückmeldung in Aussicht gestellt.
Eine Sitzung mit dem Regierungsstatthalter sei noch gar nicht nötig gewesen, sagt Adrian Wüthrich dem Lokalsender: «Hier liegt ein Missverständnis vor.»

Geschäftsleitung will mehr Geld
Die Geschäftsleitung des Sozialdienstes ist derweil auch unzufrieden mit den Gemeinden. Ein Gesuch nach mehr Geld zur Entlastung von Mitarbeitenden sei abgelehnt worden. «Wir wollen unsere Leute nicht krank machen», sagt dazu Geschäftsleitungsmitglied Alessandro Chiffi.
Zu bedenken gibt diesbezüglich der Gemeindepräsident von Sumiswald, Martin Friedli: Die Kosten seien innerhalb von drei Jahren von etwa 40 Franken pro Einwohner auf 60 Franken gestiegen. «Das lässt Fragen offen. Da hat auch mein Gemeinderat gesagt, das wollen wir nicht mehr zahlen», erklärt Friedli bei «TeleBärn».
Ganz ohne Führung ist der Sozialdienst Region Trachselwald seit dem Rücktritt nicht. Das Regierungsstatthalteramt Emmental ist nun zuständig, bis ein neuer Verbandsrat installiert ist.








